Fotos zur Glashütte aus der guten, alten Zeit

Fotos zur Glashütte aus der guten, alten Zeit

Der Förderverein Industriepfad zeigt historische Dokumente im Kulturbahnhof. Dabei werden auch parallelen zu Chongqing, einer Stadt in China gezogen.

Es ist die 12. Ausstellung, die der rührige Förderkreis Industriepfad Gerresheim im Kulturbahnhof an der Heyestraße 194 veranstaltet. Obwohl er mit Peter Henkel an der Spitze nur zwölf Aktive hat, lockt er Hunderte von Besuchern zu seinen Vernissagen. So war es auch jetzt, als es um historische Fotos aus Gerresheim und China ging.

Die Anlieger pflegen die Erinnerung an die alte Glashütte Gerresheims, die längst abgewickelt ist und hoffentlich bald in ein neues Wohngebiet verwandelt wird. Ihre Geschichte, ihre Bilder, ihre Orte bringen sie oft mit den eigenen Familien in Zusammenhang.

Die Fotos stammen aus dem einstigen Werksarchiv, das 1993 in den Besitz des Stadtarchivs übergegangen ist. Bunker-, Misch- und Transportanlagen für die Rohstoffe, die Vorratsbunker und jede Menge Flaschen sind zu sehen. Auch die alte Arbeitersiedlung kommt ins Bild, die so baufällig war, dass sie abgerissen werden musste.

Es gibt Kuriosa unter den 44 Fotos. Da werden etwa die „Hötter“ in verschiedenen Sprachen gewarnt, heißes Glas abzukippen. Voller Stolz zeigt eine technisch perfekte Aufnahme den automatischen Rohstoff-Transporter anno 1952. Um 1974 spielen Jungen auf dem Bolzplatz am Pilgerweg Fußball, während die Schlote der Glashütte noch dampfen.

Parallel zur Entwicklung in Gerresheim wird die Arbeitersiedlung in Chongqing, im Stadtteil Tongyuanju, in Fotos von Bernhard Langerock gezeigt. Der ehemalige Meisterschüler der Kunstakademie lebt seit 45 Jahren in Gerresheim und war im Rahmen eines Kulturaustausches in China. Auch er dokumentiert das Entschwinden einer Ortschaft mitsamt ihrem sozialen Gefüge.

Piet Neiser, der Inhaber des Bahnhofs, würde am liebsten die Gruppe um Peter Henkel noch öfter ins Haus holen, nachdem Carsten Reinhold Schulz sein Ausstellungsprogramm eingestellt hat. Peter Henkel winkt jedoch ab: „Wir sind Ehrenamtler, wir haben allesamt einen Hauptberuf. Mehr als zwei Ausstellungen im Bahnhof können wir nicht leisten.“

Peter Henkel hofft auf eine Partnerschaft mit dem Kulturkreis Gerresheim, der unter den promovierten Vorsitzenden Beate Johlen-Budnik und Ursula Zahler bestens gestartet ist.

Info: Ausstellung Kulturbahnhof, Heyestraße, bis 22. Juli, mittwochs und freitags 16 bis 20 Uhr, samstags und sonntags 14 bis 18 Uhr geöffnet.