Stadtteile : Fotoausstellung: Ein liebevoller Blick auf Gerresheim

In der Stadtteilbücherei an der Heyestraße zeigt der Fotoclub 72 Motive des Stadtteils.

Der Fotoclub 72 ging 1972 aus einem Kurs der Volkshochschule hervor. Er hat derzeit zwölf engagierte Amateurfotografen. Gemeinsam werden Themen festgelegt, fotografisch umgesetzt und seit 1982 in diversen Ausstellungen öffentlich vorgestellt. Diesmal ist Gerresheim an der Reihe. Und da der Stadtteil mit seinen vielen alten Häusern und schmucken Fassaden so beliebt ist, wurde daraus eine Liebeserklärung. Die Menschen fühlen sich wohl dort, und deshalb sprechen die Fotografen im Titel ihrer Ausstellung von „Gerresheimat“.

Gezeigt werden kleine Kostbarkeiten am Rande des Stadtteils. 26 Motive sind zu sehen. Und da die Stadtteilbücherei nicht gerade groß ist, müssen die Motive über den Bücherregalen aufgehängt werden. Den Aktiven ist das egal, sie stellen gern bei der Bücherei-Chefin Marion Esser aus, die ein Herz für alle Aktivitäten im Stadtteil hat.

Geleitet wird der Fotoclub von Rolf Graumüllter, der zusammen mit seiner Frau ebenfalls einprägsame Motive beisteuert. Stets gehe einer Foto-Session ein Spaziergang voraus, sagt er. Rein zufällig sei er einmal an der Trinkhalle an der Torfbruchstraße vorbeigegangen und habe auf den Auslöser gedrückt. Nun ist die Aufnahme ein Bild der Erinnerung, denn die Trinkhalle ist inzwischen längst geschlossen. Seine Frau Ria Graumüller passierte dagegen die Feuerwache an der Gräulinger Straße. Sie beschreibt, was sie sah: „Die Sonne schien auf drei farbenfroh bemalte Hydranten und machte sie zu kleinen Kunstwerken. Nun hängen sie in der Bücherei.“ Barbara Mutscher war derweil begeistert vom beleuchteten Bau des Aloysianum. Im warmen Gelblicht wirkt die Aufnahme wie ein Hymnus auf den Spätherbst.

Ein besonderes Motiv ist die heute abgerissene Gerresheimer Brücke

Keiner der Aktiven hat Fotografie studiert. Wichtig ist ihnen allen der aktive Blick auf die Umwelt. So gibt es Aufnahmen von einer Fußgängerbrücke auf den Gerresheimer Bahnhof. Auch die Brücke ist längst abgerissen. Heute könnte man also nicht mehr so einen umfassenden Blick auf die Anlage mit ihren Gleisen und ihren Aufbauten werfen.

Dass der Stadtteil für Fotografen reizvoll ist, betonte auch Michael Kneist vom Gerresheimer Bürger- und Heimatverein. Belegt werde dies in den schönen Fassaden der Häuser an der Benderstraße und der Märkischen Straße

Die Schau „Gerresheimat“ ist in der Bücherei Gerresheim, Heyestraße 4, bis zum 24. November zu sehen. Öffnung: Montag und Donnerstag 14-19 Uhr, Mittwoch und Freitag 11-13 und 14-17 Uhr, Samstag 11-13 Uhr.