Düsseldorf: Fortuna-Hausverbot in den Rudas Studios?

Düsseldorf : Fortuna-Hausverbot in den Rudas Studios?

Betreiber der Diskothek rudern nach herber Kritik im Internet zurück. Bolly verzichtete trotzdem auf einen Besuch.

Düsseldorf. Nach der bitteren Fortuna-Heimpleite gegen Karlsruhe ist die Fan-Szene gespalten: Einige sind stinksauer auf die Mannschaft — und zeigen das auch. Andere stehen weiter zum Verein.

Für vielen Diskussionen sorgt im Internet ein angebliches Hausverbot für „charakterlose“ Fortuna-Spieler in der Diskothek „Rudas Studios“ im Hafen. Auf Facebook schrieben die Betreiber, Nicole Weber und Tim Mezouri, das „Gekicke“ sei „nicht mehr zu ertragen. Aus diesem Grund haben die Rudas Studios beschlossen, dem gesamten Team der Fortuna Düsseldorf ein temporäres Hausverbot zu erteilen, bis sportliche Leistungen wieder zu erkennen sind. Ihr seid es einer ganzen Stadt schuldig!“

Die Reaktionen fielen heftig aus: Es gab hunderte von Kommentaren, am Wochenende berichteten alle großen TV-Sender und Nachrichtenagenturen. Inzwischen kann man die getrost als Eigentor bezeichnen. „Eigentlich war das Ganze als Gag gedacht, hat sich aber total verselbstständigt. Fast alle Gäste und auch das Personal sind eingefleischte Fortuna-Fans. Bei uns bleibt natürlich niemand von den Jungs vor der Tür stehen“, sagte Rudas-Sprecher Abdel-Hak Fizazi am Sonntag auf WZ-Anfrage.

Trotzdem: Am Samstagabend verzichtete nach WZ-Informationen Fortuna-Spieler Mathis Bolly auf einen Besuch der Rudas Studios, nachdem er von anderen Gästen über die Aktion informiert worden war.

Derweil hagelte es bei Facebook mächtig Kritik gegen das Hausverbot. „Ihr schreibt: ,Trotzdem werden wir diesem Fußballclub immer zur Seite stehen’ und erteilt ihnen im gleichen Atemzug Hausverbot? Sorry, Nicole und Tim . . . aber Text und Aktion finde ich einfach nur peinlich“, schrieb zum Beispiel Claudia Kellersmann.

Désirée Lau kommentierte: „Bei diese Aktion muss man sich schämen Düsseldorfer zu sein. Wie armselig ist das denn bitte? Ihr glaubt doch wohl nicht allen Ernstes, dass die Jungs auf euren Schuppen angewiesen sind, da lachen die drüber, aber sowas von. Euren Laden sollten alle meiden, die mit Herz hinter Fortuna stehen. Auch wenn es abgeht in die 3. Liga, geht diese Aktion ab in die unterste Schublade.“

Nur wenige User stimmten dem Hausverbot zu.

wz.de/duesseldorf

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