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Fortuna gegen Gladbach: Das gab’s schon öfter — in der ersten Liga

Fortuna gegen Gladbach: Das gab’s schon öfter — in der ersten Liga

Seit Tagen dreht sich alles ums anstehende Pokalspiel. Rückblick auf schöne, aber auch hässliche Siege von F 95 gegen die Elf vom Niederrhein.

Es ist schon okay, dass die Vorfreude auf Fortunas Pokalspiel am Dienstag gegen Borussia Mönchengladbach bei ziemlich vielen Düsseldorfern ziemlich groß ist. Der Gegner mag vom eher provinziellen Niederrhein sein, gewiss; fußballerisch immerhin sind die Fohlen ein Begriff — jedenfalls im Vergleich zum FC Heidenheim oder SV Sandhausen, mit denen sich Fortuna im Ligaalltag herumzuplagen hat. Dennoch: Man muss vor Aufregung nicht gleich wochenlang hyperventilieren, nur weil Fortuna mal wieder gegen Gladbach antritt. Das haben der Traditionsverein aus Flingern und seine Fans nun wirklich nicht nötig.

23 Mal nämlich stieg das Derby bereits hier, und zwar immer in der 1. (!) Bundesliga. 22 Mal im schönen alten Rheinstadion, einmal in der Arena (2012, 0:0, als wegen des Tohuwabohus im Aufstiegsspiel gegen Hertha nur 30 000 Zuschauer rein durften). Ja, es gab da ab und an mal eine vergessene Niederlage. Aber mehr Siege. An etliche kann sich sogar erinnern, wer noch nicht die Rente eingereicht hat.

Hier die kleine Auswahl eines Dabeigewesenen: Am 11. Mai 1974 verhindert Rainer Geye mit seinem Siegtor zum 1:0 am vorletzten Spieltag, dass Gladbach mit Hennes Weisweiler die Schale holt („Bayern wird Meister“ schallt aus den Blöcken 36 / 37). Zehn Jahre später zerlegen Rudi Bommer, Manni Bockenfeld, Günter Thiele und Atli Edvaldsson mit Trainer Willibert Kremer vor 62 000 Zuschauern die Fohlen von Jupp Heynckes mit 4:1 (zwei Wochen später kriegen die Bayern bekanntlich das gleiche Päckchen mit auf den Heimweg). Es folgen Routine-Siege 1985 (2:1, zwei Mal Thiele) und 86 (2:0, Bockenfeld, Holmquist), bevor es im Dezember 1990 wieder richtig schön wird: Drei Mal schlägt Thomas Allofs beim 4:1 im Team mit Jörg Schmadtke, Tony Baffoe, Mike Büskens und Sven Demandt zu. In der Pressekonferenz danach gibt Aleks Ristic den Weihnachtsmann und verabschiedet sich gen Schalke. Doch fünf Jahre und einen weiteren Aufstieg später ist er wieder da und dirigiert die Rot-Weißen vom Pattex-Stuhl aus am 11.11.95 zum 3:2-Triumph gegen den VfL mit zwei Treffern von Rechtsverteidiger und Ex-Borusse And é Winkhold (unfassbar).

Wiederum ein Jahr später ein besonders süßer, weil hässlicher Triumph: 1:0, Elfmeter von Fußballgott Carlo Werner. Fortuna zermürbt die Gäste mit 1a-Verhinderungsfußball, nachher sind Effenberg und Co. stinksauer. Ganz wunderbar der Schlagabtausch in der Pressekonferenz. Gladbach-Trainer Bernd Krauss: „Es ist schon unglaublich, dass hier eine Mannschaft gewinnt, die nur weit schießen und weit werfen kann.“ (Gemeint ist vor allem Einwurf-Legende Harry Katemann). Konter von Ristic: „Ja, mit Sicherheit, hat junge Mann recht. Aber reicht leider nur gegen ganz wenige Gegner...“

Und damit sind wir schon bei der Pokal-Geschichte. Drei Mal steigt da das Niederreinderby, immer behält F 95 die Oberhand (1971, 76, 2012 bei Nando Rafaels 1:0 in der Verlängerung) . Insofern darf man sich als Fortune hoffnungsfroh auf Dienstag freuen. Aber wer den Pokal zwei Mal gewonnen, mehrfach Bayern München deklassiert oder im Europacup-Finale gegen Barcelona geglänzt hat, der darf vor einer Zweitrundenpartie gegen die „Vitus-Stadt“ den Ball ruhig flach halten...

Wenn die Emotionen hochkochen, gibt es oft viel Arbeit für die Polizei. Allerdings waren die Auseinandersetzungen zwischen Düsseldorf und Gladbach in der Vergangenheit meist weniger problematisch als die Partien gegen Köln. „Das ist ein Derby und da sind wir natürlich anders aufgestellt, als wenn Heidenheim kommt“, sagt Polizeisprecher Andreas Czogalla. Mit starken Kräften wird die Polizei am Dienstag im Einsatz sein, auch szenekundige Beamte aus Mönchengladbach sind dabei. Über Zahlen wird nicht gesprochen. Um Konfrontationen zu vermeiden, gibt es einen Fan-Brief der Düsseldorfer Polizei an die Gäste-Fans. Darin wird unter anderem dazu geraten, die innerstädtische Anreise mit der U-Bahn zu vermeiden. Stattdessen sollten die Gladbacher lieber am Fernbahnhof des Flughafens aussteigen, von dort fahren dann kostenlose Shuttle-Busse in Richtung Arena.

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