Das Leben mit der Fortuna : Herzkreislauf-Gefahren und drei Unentschieden als Mutmacher
Düsseldorf Die Fortuna und ihre Fans stehen vor dem nächsten Drama einer unfassbaren Saison – welche folgen danach noch?
Als Fortuna-Fan ist man zwar daran gewöhnt, dass eine Saison eigentlich nie entspannt läuft, weil es immer um ganz viel geht – Abstieg vermeiden oder Aufstieg schaffen. Aber so herz-kreislaufgefährdend wie diese Spielzeit war es lange nicht mehr, wenn überhaupt jemals. 34 Spieltage Stress. Abstiegskampf. Unglückliche Spielverläufe. Vom Kölner Keller aberkannte Tore und anerkannte des Gegners. Oder Last-Minute-Keulenschläge wie gegen Dortmund: Nein, das ist kein Gejammer durch die rot-weiße Brille, sondern das war alles so. Und so wird es weiter gehen. Oder glaubt irgendjemand ernsthaft, dass der letzte Spieltag am Samstag aus Fortuna-Sicht entspannt laufen wird? Dass schnell klar ist (und bleibt), dass es reicht für den 16. Platz? Nein, natürlich nicht.
Nun gibt es durchaus den einen oder anderen Mutmacher. Zum Beispiel die Tatsache, dass drei Unentschieden zur Rettung reichen können. Ja wirklich. Eins in Berlin, wenn sich der „Effzeh“ nicht in Bremen komplett abschießen lässt (bis 0:3, 1:4, 2:5 etc. ist alles noch akzeptabel). Und dann zwei in der Relegation gegen den HSV oder Heidenheim, wobei beim Remis im Hinspiel in Düsseldorf weniger Tore fallen sollten als im Rückspiel. Sprich: F95 muss beim Zweitligisten mehr Tore schießen als im Heimspiel, dann passt es mit den Unentschieden wegen der sogenannten Auswärtstorregel. Da sich Fortuna leider mit Siegen sehr schwer tut, Punkteteilungen aber zuverlässig in Serie produziert, ist das eine nicht so abwegige Spekulation.
Was hängt nun von Klassenerhalt oder Liga 2 ab? Gewiss nicht die Welt. Und auch nicht das Leben in der Stadt, da muss man nicht wie einst beim Abstieg des 1. FC Kaiserslautern weinerlich den Absturz der ganzen Region Pfalz an die Wand malen. Nein, Düsseldorf hat bewiesen, dass es sogar mit einer Fortuna in der 4. Liga leben kann. Es müssen auch nicht alle OB-Kandidaten noch einmal beteuern, dass sie nun keine Parteien mehr kennen, sondern nur noch Fortuna, das wäre ein bisschen viel Kaiser Wilhelm vor dem Ersten Weltkrieg (wobei ihr gemeinsames rot-weißes Bekennervideo ja schön war). Was nicht heißen soll, dass ein erneuter Abstieg locker zu verkraften wäre. Im Gegenteil: Gerade in diesem Jahr wäre der einfach auch ungerecht, die Mannschaft hat (außer vielleicht bei der Hertha in Berlin und in Augsburg) nie wirklich schlecht gespielt. Sondern sie war oft stark, vor allem seit Uwe Rösler Trainer ist, hat aber viel zu wenig Siege und somit Punkte eingefahren.