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Forscher der Heinrich-Heine-Universität machen Entdeckung zum Hirnwasser

Forscher der Heinrich-Heine-Universität machen Entdeckung zum Hirnwasser

Mit den neuen Erkenntnissen soll die medikamentöse Behandlung bei erhöhtem Hirndruck etwa neu gedacht werden.

Düsseldorf. Düsseldorfer Neurobiologinnen und -biologen sind an zwei Studien zum Hirnwasser beteiligt. Das teilte die Heinrich-Heine-Universität in einer Veröffentlichung am Donnerstag mit. In der einen Studie geht es um die Produktion des Hirnwassers, in der anderen um den Einfluss strömenden Hirnwassers auf die Bildung von Nervenzellen. Beide Studien können sich auf die Behandlung von Erkrankungen des Gehirns auswirken.

Die Zerebrospinalflüssigkeit - umgangssprachlich das Hirnwasser - hat eine wichtige Rolle im Gehirn. Sie bettet nicht nur das Gehirn ein und federt Bewegungen und Stöße ab, sie transportiert auch Nährstoffe und Signalstoffe und spielt eine wichtige Rolle im Immunsystem.

In zwei unabhängigen Studien untersuchten internationale Forscherteams unter Beteiligung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) spezielle Aspekte des Hirnwassers. Zusammen mit Kollegen vom Helmholtz Zentrum München und der Ludwig-Maximilians-Universität München fanden sie heraus, dass auch durch das Vorbeiströmen des Hirnwassers die Bildung neuer Nervenzellen angeregt wird.

Mit Kollegen von der Universität Kopenhagen haben die Forscher untersucht, wie Hirnwasser aus dem Blut ins Gehirngewebe übergeht. Verantwortlich hierfür ist ein spezielles Gewebe namens Plexus choroideus. Entgegen bisheriger Meinung erfolgt dort der Transport nicht allein mittels Osmosevorgängen, sondern wesentlich auch über ein bestimmtes Natrium-Transportprotein, genannt NKCC1. Das Wasser wird beim Transportvorgang von Natrium quasi mitgenommen.

Diese Erkenntnis eröffnet neue Möglichkeiten, um verschiedene Krankheitsbilder des Gehirns mit Medikamenten zu behandeln. Vor allem gehört dazu der erhöhte Hirndruck, der durch zu viel Hirnwasser ausgelöst wird. Zu hoher Druck kann das Nervengewebe schädigen und in Extremfällen zum Tode führen. Bisher gab es keine zufriedenstellende pharmakologische Therapie, um den Zustrom von Hirnwasser zu stoppen; neue Entwicklungen können nun an den identifizierten Transportwegen ansetzen.