Flughafen-Expansion stößt auf Ablehnung

Flughafen-Expansion stößt auf Ablehnung

Der Airport-Chef erklärt Anliegern die Expansionspläne, die aber zeigen ihm die Rote Karte.

Düsseldorf. Flughafenchef Thomas Schnalke hat dieser Tagen nur Auswärtsspiele, wenn er die Bürger über die geplante Kapazitätserweiterung informiert. Kaarst, Mülheim, Essen-Kettwig oder Büderich: Egal, wo er hinkommt, überall schlägt ihm hauptsächlich Ablehnung entgegen. So auch Donnerstag Abend in der Aula der Internationalen Schule an der Niederrheinstraße.

Wobei die Lohausener, Stockumer und Unterrather, obwohl am nächsten dran am Flughafen, im Vergleich zum Umland moderater argumentieren, weniger empört. Dennoch: wirklich hören will kaum einer die frei vorgetragenen Erklärungen Schnalkes, warum der Flughafen mehr Starts und Landungen in den von den Airlines besonders nachgefragten Morgen- und Abendstunden abwickeln möchte. Und warum er beide Startbahnen freier und flexibler nutzen will. „Der Flughafen braucht Wachstum“, die exportorientierte Wirtschaft im Rhein-Ruhr-Raum auch, „das sichert und schafft Arbeitsplätze“, sagt Schnalke. Und kündigt zugleich an, das Lärmschutzprogramm für Anwohner fortzusetzen und auszubauen.

Doch die Kritiker wollen keine Informationen, sie wollen weniger Lärm. Lange Co-Referate gibt es, wenn die organisierten Fluglärmgegner wie Christoph Lange ans Mikrofon treten. Sie verteilen Rote Karten und kennen alle Details der internationalen Luftfahrt. „Sie müssten endlich die irregulären Nachtflüge wirksam einschränken“, fordert Lange, stattdessen betreibe der Flughafen weiter seine Salami-Taktik für immer mehr Flüge. Dabei würde Wachstum jedoch nur durch „Billigflieger“ generiert (Schnalke: „Wer sollen denn die Billigflieger sein?“). Ein Unterrather Familienvater spricht von „den Schadstoffen, die in unsere Wohnsiedlung geblasen werden“, ein Mann, der seit 1932 in Lohausen wohnt, vom Kerosingestank, der ihn jeden Morgen piesackt, wenn er die Zeitung reinholt, andere vom „unerträglichen Lärm“, wenn sie im Garten sitzen.

Eine Annäherung ist nicht möglich. Und offenkundig auch nicht wirklich gewollt. Im Sommer will der Flughafen die neue Betriebsgenehmigung beim Land beantragen. Längst gibt es Klage-Ankündigungen dagegen, unter anderem von Essens Stadtdirektor Hans-Jürgen Best. Sollte sie dennoch durchgehen, dann geschieht das frühstens 2016.

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