Tierwelt Wüstenbussard Matze wird gesucht

Düsseldorf · Normalerweise jagt der Vogel am Flughafen Düsseldorf Tauben. Silvester kam es zu einer Panne – und der Vogel konnte entkommen.

 Falknerin Stefanie Mylenbusch mit Wüstenbussard Matze.

Falknerin Stefanie Mylenbusch mit Wüstenbussard Matze.

Foto: Andreas Wiese

Das neue Jahr hat für die Falknerin Stefanie Mylenbusch denkbar unglücklich begonnen. Sie wollte ihren Wüstenbussard Matze vor dem Lärm der Silvesternacht schützen und nahm ihm deshalb schon am Nachmittag zum Umsetzen in einen geschützten Raum aus der Voliere am Deusberg in Ohligs. Einen Moment der Unachtsamkeit nutzte Matze und flog davon. „Die Silvesternacht verbrachte er in einem Baum ganz in der Nähe.“

Die Böller und Raketen in der folgenden Nacht haben den Vogel dann offensichtlich verschreckt. Denn am nächsten Morgen war er nicht mehr da. Seitdem wird Matze von seiner Falknerin intensiv gesucht. „Er muss irgendwo in Solingen sein“, ist sich Stefanie Mylenbusch sicher. Der Vogel suche wahrscheinlich nach Örtlichkeiten, an die er sich erinnern kann. Die Ohligserin ist jedenfalls sicher, dass sie ihren Matze in den nächsten Tagen wieder finden wird. Das Tier ist leicht zu erkennen: Am Ende der Schwanzfedern hat er ein breites weißes Band. „Das ist ganz typisch für Matze“, sagt Stefanie Mylenbusch. Der Vogel hat Lederriemen an den Krallen und hat ein Glöckchen am Bein. Er ist beringt und beim Amt registriert.

Der Wüstenbussard sucht sich voraussichtlich einen erhöhten Sitzplatz auf einer Dachspitze oder in einem Baum. Bei dem Regenwetter dieser Tage werde sich Matze wahrscheinlich irgendwo ein geschütztes Plätzchen suchen. Einen Tipp zur Suche hat die Falknerin noch: Die schwarzen Krähen mögen den Falken nicht. Sie versuchen ihn deshalb lautstark zu vertreiben. Kreischende Krähen könnten also auch ein Hinweis auf Matze sein.

Stefanie Mylenbusch und Matze sind ein professionelles Team. Die beiden sorgen normalerweise im Auftrag des Flughafens Düsseldorf dafür, dass das Gebiet rund um die Startbahnen frei von größeren Vögeln bleibt – insbesondere frei von Tauben, die in die Triebwerke kommen und die Sicherheit der startenden und landenden Flugzeuge gefährden könnten.

Wie an jedem anderen deutschen Verkehrsflughafen ist auch am Düsseldorfer Airport nach den Richtlinien des Bundesministers für Verkehr ein Vogelschlagbeauftragter bestellt.

Die Vogelschlagbeauftragte am Flughafen Düsseldorf International ist verantwortlich für die Einhaltung, Koordinierung und Überwachung aller Maßnahmen zur Verhütung von Schäden durch Vögel. Das Gebiet der Landebahnen muss deshalb möglichst unattraktiv für große Vögel ab etwa 80 Gramm sein. Langes Gras, keine beerentragenden Sträucher, keine Wasserstellen und keine Düngung der Grasflächen helfen dabei. Mit der Vogel-Kontrolle am Airport sind insbesondere die Jagdaufseher und Einweiserdienste betraut. Die geprüften Jagdaufseher sind entweder Jäger oder Falkner.

Hinweise: Wer den Wüstenbussard Matze sieht, wird gebeten sich bei Falknerin Stefanie Mylenbusch unter der Telefonnummer 0152 22768864 zu melden.

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