Flüchtlingspaten suchen Wohnungen

Flüchtlingspaten suchen Wohnungen

Der Verein Kintop steht Mietern und Vermietern zur Seite.

Eine günstige Wohnung zu finden, ist in Düsseldorf nicht leicht. Besonders schwertun sich anerkannte Flüchtlinge, die aus ihrer Unterkunft ausziehen können und wollen. Wie schwer, das wissen der Verein Kintop und der Verbund NDMO — Netzwerk Düsseldorfer Migrantenorganisationen, die sich für Integration einsetzen. Sie haben ein Projekt gestartet. Flüchtlingspate Ahmed Elkourai erzählt von der Hilfe, die er dort anbietet.

Herr Elkourai, wie viele Flüchtlinge suchen in Düsseldorf aktuell eine Wohnung?

Ahmed Elkourai: Ungefähr 3000, darunter viele Familien. Und wir haben im Moment rund 100 Patenschaften zur Wohnungsvermittlung — das reicht bei weitem nicht.

Welche besonderen Probleme haben Flüchtlinge bei der Wohnungssuche? Haben sie es schwerer als andere?

Elkourai: Viele wissen nicht, was auf sie zukommt, auf was sie beispielsweise bei einer Besichtigung achten müssen oder gar bei Verträgen. Dass sie oft nur wenig Deutsch können, kommt noch dazu. Am meisten Probleme macht aber der angespannte Wohnungsmarkt. Es gibt so gut wie keine Angebote für die große Nachfrage. Die Flüchtlinge brauchen in der Regel eine Wohnung, die den Hartz-IV-Kriterien entspricht — also sehr günstig ist. Viele können noch nicht arbeiten, beispielsweise weil ihre Berufsabschlüsse noch nicht anerkannt sind. Das macht Vermieter skeptisch.

Welche Hilfe bieten hier die Flüchtlingspaten?

Elkourai: Von der Suche bis hin zum Erklären des Putzplans fürs Treppenhaus ist alles möglich. Genauso wichtig ist es, Vermietern zur Seite zu stehen. Ich vereinbare Besichtigungstermine, fülle Formulare aus, spreche mit Maklern. Ich kläre über behördliche Regelungen auf — beispielsweise darüber, dass die Miete verlässlich vom Jobcenter kommt. Ich übersetze. Den Flüchtlingen erkläre ich, was sie wissen müssen — über die Hausordnung, über die Abfallcontainer, über die Heizung. Auch wenn später Fragen aufkommen, bin ich da und vermittle.

Wie viele Wohnungen haben Sie auf diese Weise schon vermittelt?

Elkourai: Bislang erst zwei. Im April 2016 habe ich mit der Suche für zwei Familien begonnen. Es gehört viel Glück dazu. Allerdings nehme ich für die Menschen, die ich als Pate betreue, auch alle anderen nötigen Termine war, gehe mit zur Ausländerbehörde und zum Arzt. Wer Wohnungspate werden möchte, muss das aber nicht. Wir sind froh um jeden, der auf die eine oder andere Weise hilft.

Was sollten neue Paten mitbringen?

Elkourai: Sprachkenntnisse sind am wichtigsten, um sich mit den Flüchtlingen gut verständigen zu können. Besonders gefragt ist Arabisch, Kurdisch und Afghanisch.

Kontakt für Vermieter und Paten: Verbund NDMO, E-Mail an info@verbund-ndmo.de oder an dillmann@kin-top.de. Informationen unter: www.kin-top.de und verbund-ndmo.de

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