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Fitnesswissenschaftkongress in IST-Hochschule in Düsseldorf

Kongress in Düsseldorf : Fitnesswissenschaftler treffen sich in Düsseldorf

Tausende Düsseldorfer gehen in Fitnessstudios. Aber es gibt kaum wissenschaftliche Forschung. Das will die IST-Hochschule ändern und lädt zum Kongress.

Jeder achte Deutsche ist Mitglied in einem Fitnessstudio, mehr als elf Millionen sind es mittlerweile. Da kann nicht mal mehr der Fußball mithalten. Fitness ist nach Laufen der Sport Nummer eins in Deutschland. Allein in Düsseldorf gibt es dutzende Studios oder Angebote von Vereinen.

Recht übersichtlich ist hingegen die Anzahl der Forscher, die sich wissenschaftlich mit dem Thema auseinandersetzen. „Es gibt zwar jede Menge Studien zu Krafttraining, Ausdauertraining und Konditionstraining, eine zusammenfassende Wissenschaft für die Fitness gab es jedoch bislang nicht. Angesehene Wissenschaftler stellen heute zum ersten Mal Fitness im Ganzen vor“, sagte Dr. Katrin Gessner-Ulrich vor knapp zwei Jahren.

Gessner-Ulrich ist die Präsidentin der IST-Hochschule an der Erkrather Straße. Und die veranstaltete 2018 den ersten deutschen Fitnesswissenschaftskongress. Mit Erfolg. 150 Wissenschaftler, Physiotherapeuten, Studiobetreiber oder Trainer besuchten die Vorträge, ließen sich Übungen zeigen und tauschten sich aus.

Nun steht der zweite Kongress an. Am Freitag und am Samstag trifft sich das Fachpersonal wieder in Düsseldorf. Dabei ist laut den Veranstaltern so gut wie alles, was Rang und Namen hat in der Fitnessforschung. Mehr als 25 Professoren haben sich angesagt und halten Vorträge, neben den Düsseldorfer Wissenschaftlern auch solche von der Sporthochschule Köln, aus Berlin, Frankfurt oder München. Selbst aus dem Ausland reisen renommierte Referenten an. „Das zeigt, dass das Thema nicht als trivial angesehen wird, sondern dass führende Wissenschaftler durchaus den Bedarf sehen, Wissen zusammenzutragen und sich auszutauschen“, sagt Organisator Professor Stephan Geisler.

Auf dem Programm stehen klassische Themen wie Kraft- und Ausdauertraining oder Sportmedizin, diesmal aber auch Ernährung, Trainingstherapie oder Regenerationsmanagement. Deswegen geht der Kongress nun über zwei Tage. Und war dennoch schnell ausverkauft. Die 150 Plätze sind seit Wochen vergeben.

Düsseldorf hat eins der wenigen Institute für Fitnesswissenschaft

Das freut die Organisatoren, denn neben dem wissenschaftlichen Austausch geht es vor allem darum, die Erkenntnisse an die Basis weiterzugeben. Der Kongress als Verbindung zwischen Wissenschaft und Praxis. Die Millionen Studiobesucher sollen schließlich vernünftig angeleitet werden. Gerade, wenn es ihnen um mehr geht als ein wenig Ausgleich zum Arbeitsalltag oder Muskelaufbau. Fitness spielt mittlerweile auch in Sachen Gesundheit eine immer größere Rolle, zur Prävention oder zur Regeneration. Ob übergewichtige Kinder, Senioren, Menschen mit Rückenproblemen oder nach schweren Krankheiten — sie alle finden sich in Fitnesstudios. Und benötigen eine andere Betreuung als 25-Jährige, die sich für den Strandurlaub in Form bringen wollen oder Bodybuilder, die an Wettkämpfen teilnehmen. Ohne Kenntnisse über Medizin oder Ernährung kommt kaum noch ein Trainer aus.

Deswegen sei es wichtig, „die vorhandene Wissenschaft aus Sportmedizin, Ökotrophologie, Sportwissenschaft, Rehabilitation und weiteren zusammenzuführen. Das alles sind Themen, die im Fitnessbereich relevant sind“, sagt der Düsseldorfer Professor Geisler. Dass der Kongress bei ihm an der Erkrather Straße stattfindet, ist kein Zufall. Dort entwickelte er den Studiengang „Fitnesswissenschaft und Fitnessökonomie“, eine „Mischung von sportwissenschaftlichen und ökonomischen Inhalten“. Den sowie den Bachelor „Fitness and Health Management“, den Bachelor Gesundheit und die dazugehörigen Masterstudiengänge belegen rund 1600 Studenten an der IST-Hochschule.

Geisler, 42, studierte einst an der Sporthochschule Köln und leitet dort bis heute die Fitnesstrainer-Ausbildung. Zur Neugründung der IST-Hochschule 2013 wurde er in Düsseldorf Professor. Seitdem arbeitet er daran, die Hochschule zu einem der führenden Institute der jungen Fitnesswissenschaft zu machen. Dabei soll der Kongress helfen. Und dabei, den Begriff „als anerkannten Teilbereich der Sportwissenschaft zu etablieren“.

Da komme der IST-Hochschule eine besondere Rolle zu, sagt Geisler. „Wir sind eine der ganz wenigen Hochschulen, die Fitness als akademisches Hochschulfach unterrichten. Wir wollen maßgebend dazu beitragen, dass Fitnesswissenschaft entsteht und weiter ausgebaut wird.“