Feuerwehr: Lebensretter Drehleiter

Feuerwehr: Lebensretter Drehleiter

Beim Brand an der Aachener Straße ging eine der elf Leitern kaputt. Die modernen Fahrzeuge retten etwa 100 Menschen im Jahr.

Düsseldorf. Einen Monat ist es her, dass ein Wohnhaus an der Aachener Straße lichterloh in Flammen stand. Der Dachstuhl wurde komplett zerstört, bei den oberen Wohnungen brach die Decke ein.

17 Menschen brachten die Feuerwehrleute in kürzester Zeit mit der Drehleiter in Sicherheit, darunter ein Kind und ein 15 Monate altes Baby.

Die meisten Bewohner konnten unversehrt ins Freie gerettet werden. Die Drehleiter der Feuerwache Behrenstraße hingegen ist seit dem Einsatz kaputt.

Die Einsatzkräfte waren mit dem Fahrzeug gegen die Oberleitung gefahren, um den Strom zu kappen und die Menschen sicher auf die Straße bringen zu können. "Die Elektronik ist nicht mehr zu reparieren", sagt Feuerwehrsprecher Hans Jochen Hermes.

Für 610000 Euro war die Drehleiter der neuesten Generation erst 2002 angeschafft worden. Vorerst können die Feuerwehrleute von der Behrenstraße die Drehleiter nutzen, die 2008 schon für die geplante neue Wache im Norden angeschafft wurde.

Denn Ersatz ist nicht leicht zu besorgen: Die modernen Fahrzeuge werden im Auftrag der Feuerwehr erst gebaut, das kann ein Jahr dauern.

Acht der elf Drehleiterwagen der Feuerwehr gehören zu dieser neuesten Generation, angeschafft 2002 und 2008. Die Düsseldorfer Wehr gehört damit zu den modernsten Feuerwehren.

Und in der Großstadt Düsseldorf wird das immer wichtiger. Zwischen April und Anfang August wurden allein 35 Menschen über Drehleitern gerettet, zuletzt mussten fünf Menschen am Samstag aus einem brennenden Haus am Kapeller Feld geborgen werden - darunter ein Säugling.

Volkmar Zoll (54) ist seit 35 Jahren bei der Düsseldorfer Feuerwehr. Er hat noch Zeiten erlebt, in denen die Leitern nicht einmal einen Korb hatten. "Da mussten wir an der Leiter selbst hochklettern", erzählt er.

"Und die Personen, die wir gerettet haben, mussten auch klettern oder in eine Trage." In einer lebensbedrohlichen Situation zusätzlicher Stress. "Heute müssen sie ,nur’ vom Fenster in den Korb steigen. Das ist schon schlimm genug", sagt Zoll.

Auch für ihn macht der bis auf 30 Meter ausfahrbare Korb vieles leichter: Wärmebildkamera, Kettensäge, Scheinwerfer hat er an Bord. Der Schlauch wird fest montiert. "Den mussten wir uns früher beim Hochklettern über die Schulter hängen."

Die Leiter kann zudem mit einem Joystick millimetergenau manövriert werden. "Für die Menschen bedeuten die neuen Leitern mehr Sicherheit", sagt Volkmar Zoll. Und meint mit Blick auf den verheerenden Brand an der Aachener Straße: "Mit den alten Wagen hätten wir in einem solchen Fall wertvolle Zeit verloren."

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