Feuer bei Schwarz-Weiß: Verdacht auf Brandstiftung

Feuer : Klubheim im Südpark abgebrannt: Polizei vermutet Brandstiftung

Schwarz-Weiß steht unter Schock: Der Schaden liegt bei 500 000 Euro. Die Feuerwehr musste den Brand lange suchen.

Was bis Montag das Vereinsheim vom SC Schwarz-Weiß 06 war, ist nun eine Brandruine. Wenige Stunden nach dem verheerenden Feuer der Nacht steht der erste Vorsitzende Michael Drinhausen vor den noch rauchenden Trümmern. „Was für eine Katastrophe“, sagt er und starrt weiter auf das, was er immer noch nicht fassen kann.

Vorausgegangen waren dramatische Stunden: Um 2.40 Uhr geht vom Gelände der Uni-Klinik eine Meldung über Brandgeruch bei der Feuerwehr ein. Doch die umfangreiche Suche nach der Ursache auf dem Areal bleibt ohne Erfolg. So teilen sich die Einsatzkräfte auf und suchen die Umgebung ab. Schließlich, rund eine Stunde nach dem ersten Alarm, entdeckt die Feuerwehr das voll in Flammen stehende Klubhaus am Stoffeler Kapellenweg.

Doch die Löscharbeiten können immer noch nicht starten. Zunächst muss die Wasserversorgung aus einem nahe gelegenen Teich hergestellt werden. Über eine Strecke von 300 Metern verlegen die Retter Schläuche. 100 Einsatzkräfte können dann endlich mit ihrer eigentlichen Arbeit beginnen, etwa mit zwei Wasserwerfern über Drehleitern. Drei Stunden dauert es, bis die Flammen unter Kontrolle sind. Rund weitere zwei Stunden dauern die Nachlöscharbeiten, wie die Feuerwehr am Dienstag mitteilt.

Erst danach kann die Kriminalpolizei ihre Arbeit aufnehmen. Schnell erhärtet sich der Verdacht: Es war Brandstiftung. Eine unbekannte Anzahl von Tätern hat sich nach Angaben einer Polizei-Sprecherin in der Nacht Zutritt zum Gebäude verschafft und für Verwüstungen gesorgt, bevor das Feuer gelegt wurde. Drinhausen hofft, dass die Aufnahmen aus der Videoüberwachung bei der Tätersuche helfen.

„Wer macht so was?“, fragt David Breitmar, Inhaber der Fußballschule ZFAF, die die gesamte erste Etage angemietet hat. Dort ist der Schaden am größten, nichts ist mehr übrig von den Computern oder Unterlagen wie Verträgen. Erst vor wenigen Monaten habe Breitmar rund 30 000 Euro in die neuen Räume investiert. „Kein Ahnung, wie das jetzt mit der Versicherung ist.“ Er sei nur froh, dass der Brand nicht in der vergangenen Woche während des Jugend-Feriencamps ausgebrochen ist. Und im Sommer hätte das Feuer sicher sogar auf die umstehenden Bäume übergegriffen.

Wie es mit dem offiziellen Spielbetrieb weitergeht, ist unklar. Drinhausen hat das Training für Dienstag erst einmal abgesagt. „Wir haben kein Fluchtlicht, die Steuerung war in den verbrannten Räumen.“ Auch die Umkleiden können natürlich nicht mehr genutzt werden. „Entweder wir organisieren jetzt Container oder unser Kooperationspartner und Nachbar TG 1881 kann uns weiterhelfen.“ Drinhausen hofft, dass der Ligabetrieb auf der Anlage wie geplant am Samstag stattfinden kann.

Wie die Stadt am Dienstagnachmittag mitteilt, hat das Sportamt bereits Kontakt zu TG 81 aufgenommen. Der Verein habe Unterstützung zugesagt, so die Stadt.

Den entstandenen Schaden schätzt die Feuerwehr auf 500 000 Euro. Drinhausen ist sich gestern relativ sicher: „Das Gebäude wird wohl abgerissen werden müssen.“ Auch der vor zwei Jahren erneuerte Bereich der Klubheim-Gastronomie ist wohl nicht zu retten. Zusätzlich bitter: Erst Anfang Oktober feierte der neue Betreiber, Michael Krziwon vom Bilker Häzz, seinen Einstand, nachdem er selbst laut Drinhausen an einigen Stellen investiert hatte. Krziwon selbst wollte sich am Dienstag nicht äußern, da er erst am Nachmittag nach Rückkehr von einer Reise vom Geschehen überrascht wurde.

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