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Düsseldorf: Ferienzeit ist Bauzeit: An 73 Schulen wird gearbeitet

Düsseldorf : Ferienzeit ist Bauzeit: An 73 Schulen wird gearbeitet

Die Stadt setzt bis Mitte August 125 Maßnahmen für 15,4 Millionen Euro um — so viel wie lange nicht mehr.

Düsseldorf. Sommerferienzeit heißt jedes Jahr an etlichen Schulen auch: Bauzeit. Diesmal forciert die Stadt die Sanierungen und Erweiterungen — zur Zeit werden 52,6 Millionen Euro investiert. Die Ausgaben allein in den sechseinhalb Ferienwochen betragen für 125 Maßnahmen an 73 Schulstandorten 15,4 Millionen Euro, in den Sommerferien 2014 waren es nur 8,4 Millionen. „Das sind rekordverdächtige Zahlen, diese Anstrengungen sind jedoch auch zwingend notwendig. Angesichts der rasant steigenden Schülerzahlen ist es eher schon fünf nach, als fünf vor zwölf“, sagt Oberbürgermeister Thomas Geisel.

Er ist am Dienstag zusammen mit Projektleiter Florian Dirszus zu der kleinen, ja niedlichen Grundschule an der Urdenbacher Allee neben dem Benrather Krankenhaus gekommen. Die Zweigstelle der Grundschule Garather Straße steht teilweise unter Denkmalschutz und muss grundlegend saniert werden, weil man unter anderem Hausschwamm im Dach gefunden hat. Neuer Dachstuhl, neue Fenster, Innenanstrich und Fassadensanierung Kosten zusammen rund 800 000 Euro. Mitte August soll alles fertig sein, so dass die Kinder die Container auf dem Hof verlassen können.

Neben dem Sanierungsstau in Gebäuden muss die Stadt zügig neue Schulräume schaffen, um laut Schuldezernent Burkhard Hintzsche etwa 6000 zusätzliche Schüler bis Mitte 2019 unterbringen zu können. Schon jetzt, im August, werden an den zum Teil überlaufenen Gymnasien neue Züge eingerichtet — meist kommen die Schüler zunächst in Provisorien wie besagten Containern unter.

Ob und in welcher Form die Stadt dann dauerhafte Neubaulösungen finanzieren kann, bleibt abzuwarten. Im Stadtrat gibt es auch nach dem „Regierungswechsel“ keine Mehrheit für eine Kreditaufnahme, weil neben der CDU auch die FDP uneingeschränkt auf den Erhalt der Schuldenfreiheit setzt. Auf die Frage, wie die nächsten größeren Maßnahmen finanziert würden, sagte Geisel: „Das wird man sehen, wenn wir die konkreten Ausführungs- und Finanzierungsbeschlüsse vorlegen.“

Die Ferienmaßnahmen werden jedenfalls über den Masterplan Schulen bezahlt, der somit wieder seine Kernaufgabe erfüllt. Beschleunigt werden sollen die Bauverfahren durch die neue Projektgruppe für Schulbaumaßnahmen und — später — durch die jüngst als Inhouse-Gesellschaft der Stadt gegründete Bautochter IPM.