Familienfest der Leichtathletik

Familienfest der Leichtathletik

Wilhelm-Unger-Spiele locken Sportler aus drei Generationen. Maximilian Kluth startet in vier Disziplinen.

Auch die 72. Wilhelm-UngerSpiele des ART im Rather Waldstadion gehen in die Erfolgsgeschichte ein. 350 Athleten kämpften acht Stunden lang um Urkunden, DM-Normen und persönliche Bestleistungen und lieferten trotz teilweise heftigem Gegenwind beeindruckende Leistungen ab.

Die Athleten im Alter von zwölf bis 75 Jahre kamen aus der westdeutschen Region, aber auch aus dem Ausland. Zu schade wäre es gewesen, wenn die beliebten Unger-Spiele hätten ausfallen müssen. Der Leichtathletik-Verband Nordrhein hatte dem ART ursprünglich nahezu alle vorgesehenen Kampf- und Schiedsrichter wegen der parallelen NRW-Meisterschaften in Bottrop abgezogen, aber Kampfrichter-Obfrau Ingrid Freitag konnte zusammen mit Meeting-Managerin Andrea Remus und ART-Leichtathletik-Chef Jochen Grundmann doch noch genug Personal ins Rather Waldstadion bringen, so dass die vielen Wettkämpfe nahezu alle pünktlich über die Bühne gehen konnten.

Pech hatte der ART mit dem ungewohnt heftigen Wind im Waldstadion. Seit der Sturm-Katastrophe vor vier Jahren fehlen am Stadionrand eine Reihe von früher windschützenden großen Bäumen. Durch diese Lücken blies es den Läufern und Springern meist recht heftig bremsend von vorne entgegen. Bestzeiten oder DM-Normen waren da nur selten zu erzielen. Davon unbeeindruckt machte sich der in den nächsten Tagen 18 Jahre alt werdende ART-Top-Zehnkämpfer Maximilian Kluth (ART) gleich vier Mal ans Werk. Dass er sich wegen der in dieser Woche stattfindenden U 20-WM im finnischen Tampere anhören durfte, „im falschen Stadion zu sein“, ließ er lächelnd über sich gehen. Er will im August bei der Mehrkampf-DM in Wesel wieder voll angreifen und der Konkurrenz zeigen, dass mit ihm auch künftig zu rechnen ist. Die WM-Norm hatte er mit 7290 Punkten im Zehnkampf übertroffen, hatte aber im Kampf um die beiden Tickets in Deutschland als Sechster diesmal nicht mithalten können und durfte am Sonntag nicht mit nach Finnland zur WM fahren.

Mit neuer Bestleistung beim von ihm nicht gerade geliebten Speerwerfen mit 45,95 Metern war er zufrieden. Beim Hochsprung hatte er 1,88 Meter übersprungen, dann aber nicht weiter gemacht. Kluth musste nämlich gleichzeitig auch in den Diskusring und war das ständige Wechseln der Spikes gegen die Wurfschuhe leid.

Bemerkenswert weit sprang auch wieder der 17-jährige Oscar Grube (ART) mit 6,80 Meter. Mit 11,58 Metern beim Dreisprung war die 17-jährige Karla Gruss (ART) eine der wenigen Athleten, der noch die Jugend-DM-Norm für die Titelkämpfe Ende des Monats in Rostock gelang.

Trotz allem sportlichen Ehrgeiz: Die Unger-Spiele waren auch wieder einmal das beliebte Familienfest der Düsseldorfer Leichtathletik. Viele Athleten früherer Tage kamen vorbei und freuten sich nicht nur über die spannenden Wettkämpfe, sondern auch über das Wiedersehen mit anderen Athleten von einst.

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