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Gehweg: Falschparker machen Herzogterrassen zur Stolperfalle

Gehweg : Falschparker machen Herzogterrassen zur Stolperfalle

Am Ex-WestLB-Gebäude lösten sich Gehwegplatten, Passanten stürzten. Wann reagiert der Grundstücksbesitzer?

Mit Gehwegplatten ist es so eine Sache. Wie der Begriff schon erahnen lässt, sind sie vor allem dafür ausgelegt, begehbar zu sein. Von befahrbar sind sie in der Regel hingegen weit entfernt. Was passieren kann, wenn trotzdem ein Auto oder gleich ein Kleinbus regelmäßig darüber rollt, zeigt sich seit Wochen an den Herzogterrassen.

Das 1980 errichtete Bürogebäude der ehemaligen WestLB verfügt im Bereich Friedrichstraße über eine entsprechend gekennzeichnete Auffahrt, die es Besuchern ermöglicht, direkt vor den Haupteingang chauffiert zu werden. Danach müssen sich die Fahrer über die Ausfahrt in den laufenden Verkehr der Herzogstraße einfädeln. Das bedeutet mitunter, im Stau zu stehen. Um den zu entgehen, haben sich einige Chauffeure darauf verlegt, über den ausschließlich für Fußgänger gedachten Gehweg von der Talstraße aus auf das Grundstück zu fahren. Und weil das ja so schön einfach geht, auch dort wieder das Grundstück zu verlassen.

Das allein wäre zwar unangenehm für Fußgänger, ansonsten wohl keine weitere Erwähnung wert, würden sich nicht immer wieder die Gehwegplatten gegen die hohe Belastung wehren. Sie weisen nicht nur Risse auf, sondern erweisen sich zunehmend als Stolperfallen. Die in den Abendstunden dann auch noch schlecht gesehen werden, da der Eigentümer des Grundstücks der Herzogterrassen, das Immobilienunternehmen „Godewind AG“, die dort befindliche Beleuchtung schon lange nicht mehr einschaltet.

Nachdem eine Passantin gefallen ist und auch andere Fußgänger stolperten, mehrten sich die Beschwerden, die auch an die Stadt gingen.

Doch anstelle einer Reparatur der Gehwegplatten und der Beleuchtung des Grundstücks in den Abendstunden, haben sich die Eigentümer vor Karneval lediglich dazu durchringen können, die beschädigten Gehwegplatten mit Holzpalletten zu umstellen. Gekennzeichnet mit rot-weißem Flatterband. Da sich die Hindernisse in der Mitte des Weges befinden, sind auch sie im Dunkeln leicht mal zu übersehen.

Eine Rückfrage bei der „Godewind AG“ mit Sitz in Frankfurt ergab: „Wir wissen um die Problematik mit den Fahrzeugen, die dort immer wieder parken. Eine Firma, die sich um die Reparatur kümmert, ist beauftragt und hat auch bereits mit den Maßnahmen begonnen“, macht Jan Hutterer, zuständig für Pressenanfragen an das Unternehmen, den Anwohnern Hoffnung.

Auf die Frage, warum es denn Monate dauere, bis man von Seiten der Grundstückseigentümerin tätig werde, erklärt Hutterer: „Godewind hat die Immobilie Anfang 2019 übernommen und arbeitet erst einmal die Anliegen der verschiedenen Mieter ab.“ Außerdem sei es nicht so einfach, eine Handwerksfirma zu bekommen, die sich schnell an die Reparatur mache, da nun auch Corona die Situation erschwere.

Bleibt noch die Frage nach der Beleuchtung. Von Unternehmensseite heißt es dazu, man prüfe, ob die Leuchten nicht auf LED umgestellt werden könnten, da das Gebäude zu 100 Prozent mit grüner Energie versorgt wird. Auf den Einwand, dass dies aber nicht erkläre, warum die funktionstüchtigen Lampen seit Übernahme des Grundstücks und auch schon weit davor nie angeschaltet wurden, obgleich es sich um ein öffentlich zugängliches und auch in den Abendstunden gut frequentiertes Gelände handelt, versprach Jan Hutterer dies an die Unternehmensleitung weiterzugeben. Und siehe da: Seit dem Wochenende werden die 13 Leuchtkörper wieder mit Einbruch der Dunkelheit eingeschaltet.

„Godewind“ signalisiert außerdem zu prüfen, ob die Durchfahrt für Fahrzeuge von der Talstraße aus mit Pollern abgesperrt werden kann – und will den Mietern des Objekts noch einmal vermitteln, dass der Fußweg an der Herzogstraße kein Parkplatz ist.