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Falsche Meisterbriefe im Internet verscherbelt

Falsche Meisterbriefe im Internet verscherbelt

Ein Düsseldorfer Ehepaar ist angeklagt. Auch Adelstitel mit Fantasie-Wappen gehörten zum Angebot.

Düsseldorf. Ein Adelstitel als Baron von Bismarck oder eine Urkunde als Schornsteinfegermeister? Kein Problem, die Firma eines Düsseldorfer Ehepaars machte es möglich. Die Dokumente mit den Logos von Handwerkskammern oder Universitäten sahen täuschend echt aus. Über ein halbes Jahr ging das gut, bis der Schwindel aufflog. Am Mittwoch mussten sich die beiden dafür vor dem Amtsgericht verantworten.

Der 42-jährige Ehemann nahm alle Schuld auf sich. Seine Frau habe nichts davon gewusst und nur ihren Namen für die Firma hergegeben. „Angefangen hat alles mit Schmuckurkunden für Adelstitel“, erklärte der Angeklagte. Dafür habe er kunstvolle Wappen gezeichnet. Es sei völlig klar gewesen, dass es sich nicht um Original-Dokumente handelte.

Dann allerdings habe er sich mit einem inzwischen verschwundenen Kumpel zusammengetan. Der habe dann auch Promotionsurkunden. Meister- und Gesellenbriefe oder Diplomzeugnisse hergestellt. Wie viele davon im Internet verkauft wurden, ist unklar. Für 21,90 Euro war der Meisterbrief für Schornsteinfeger zu haben. Der Friseurmeister war mit 34.90 Euro teurer und auch das Ende des Geschäftes. Als ein Haarkünstler auf Helgoland mit dem falschen Dokument ein Gewerbe anmelden wollte, kam alles heraus.

„Für mich war das eine Katastrophe. Ich habe alles verloren“, sagte der Angeklagte in seinem Geständnis. 5000 Euro Schadsensersatz hat er nach einem Zivilprozess schon gezahlt. Das Geld musste er sich von seiner 30-jährigen Ehefrau leihen. Die hat sich von ihm getrennt, als sie von dem Strafverfahren erfuhr — und wurde freigesprochen. Inzwischen ist das Paar geschieden. Der 42-Jährige, der vorbestraft ist, wurde zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.