Düsseldorf: Ex-OB Füllenbach hängt nun endlich in der Ahnengalerie

Düsseldorf: Ex-OB Füllenbach hängt nun endlich in der Ahnengalerie

Das Bild des ersten Stadtchefs nach Kriegsende lag lange im Depot - er war denunziert worden.

Düsseldorf. „Da hängt er nun — und da gehört er auch hin.“ Susanne Günnewig ist zufrieden, und das zeigt die 87-Jährige am Mittwoch im Rathaus auch erfrischend-fröhlich. Der da nun endlich als Porträtgemälde an der Wand hängt, ist ihr Vater: Dr. Wilhelm Füllenbach, Düsseldorfs erster Bürgermeister nach Ende des Zweiten Weltkrieges. „Was lange währt, wird endlich gut“, sagt der jetzige OB Thomas Geisel, und hier trifft die Redensart wirklich mal zu.

Denn Füllenbach wurde lange zu Unrecht die Ehre verweigert, in der Ahnengalerie der früheren Stadtoberhäupter Platz zu finden. Und das kam so: Der langjährige Kämmerer Füllenbach wurde am 17. April 1945 auf Vorschlag der Düsseldorfer Bürgerschaft vom amerikanischen Stadtkommandanten zum vorläufigen Oberbürgermeister ernannt.

Allerdings wurde er nur fünf Monate später von der mittlerweile britischen Militärregierung wieder entlassen. Offenbar hatte die KPD dem engagierten Katholiken Füllenbach fälschlicherweise eine Verstrickung mit dem NS-Regime angehängt. „Das war ungerecht. Mein Vater hatte mit den Nazis wirklich nichts im Sinne, er war immer ein Zentrums-Anhänger“, sagt Susanne Günnewig, die sich selbst noch gut an das Kriegsende in Düsseldorf erinnert.

Sie ist das siebte und jüngste Kind von Wilhelm Füllenbach, nach dem bereits eine Straße in Golzheim benannt ist. Sein Bild aber, das wie so viele OB-Portraits Oswald Petersen in den 60er-Jahren (anhand eines Fotos) malte, lag jahrzehntelang im Depot des Stadtmuseums — bis Bürger und Familienmitglieder, darunter als Urenkel der amtierende Dominikaner-Prior Pater Elias (Füllenbach), vor knapp einem Jahr die Initiative ergriffen — mit Erfolg. „Es tut mir richtig gut, dass mein Vater nun doppelt rehabilitiert ist“, sagt Susanne Günnewig. Zunächst von Stadthistorikern, jetzt von der Stadtspitze.

Formell begründet wurde die Nicht-Aufhängung Füllenbachs übrigens damit, dass der damals nicht vom Volk gewählt, sondern von der Besatzungsmacht eingesetzt worden war. Das hatte er mit seinem Nachfolger Walter Kolb gemeinsam. Aber mittlerweile hängt auch Kolb in der Ahnengalerie im Rathaus — direkt unter seinem Vorgänger Füllenbach.

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