Ex-Fortune und Fußball-Profi Pohjanpalo stand in Düsseldorf vor Gericht

Zu schnell gefahren? : Ex-Fortune und Leverkusener Fußball-Profi Pohjanpalo hatte vor Gericht sein Alibi dabei

Sein Freund Nica T. soll mit Pohjanpalos Wagen zu schnell gefahren sein. Das sagte dieser auch vor Ort aus. Aber es gab noch etwas, das den finnischen Fußballer entlastete.

Es ist manchmal nicht alles so, wie es scheint. Da rast ein Mercedes AMG mit 116 Stundenkilometern durch die Stadt, wo nur 70 erlaubt sind. Der Wagen gehört Leverkusen-Profi Joel Pohjanpalo (25). Also war für die Stadt klar: Der Stürmer muss auf Spritztour gewesen sein. Deshalb gab es ein Knöllchen über 160 Euro plus einen Monat Fahrverbot. Dagegen legte der ehemalige Spieler von Fortuna Einspruch ein und präsentierte vor Gericht gleich sein Alibi.

Dabei hätte er auch noch tausende von Zeugen gehabt: Er selbst saß zum Tatzeitpunkt verletzt im Stadion beim Spiel gegen Nürnberg. Alle Fans könnten das bestätigen. Pohjanpalo vor Gericht: „Ich war nicht der Fahrer und hatte immer ein gutes Gewissen.“ Denn den Wagen hatte er seinem Freund Nica T. (26) geliehen.

Der hatte dem Bundesliga-Star in dieser Zeit bekam er auch Besuch abgestattet, fuhr seinen Wagen und war auf dem Weg vom Flughafen zum Stadion, als er geblitzt wurde. Vor dem Gerichtssaal beteuerte er: „Ich hatte gar nicht das Gefühl, so schnell gewesen zu sein.“ Doch als Zeuge brauchte er gar nicht aussagen. Denn die Rettung kam in Person des erfahrenen Gerichtsmediziners Wolfgang Huckenbeck (67). Der „Quincy von Düsseldorf“ kann nämlich mit einem Computer-Programm ziemlich sicher sagen, wer da am Steuer saß.

Dafür machte Huckenbeck erst einmal ein Foto vom Fußball-Profi im Gerichtssaal – aus dem gleichen Winkel, aus dem die Blitzer-Kamera den Fahrer erwischt hatte. Darüber legt sein Programm dann ein Raster, durch das Unterschiede oder gleiche Merkmale der Gesichter auf den zu vergleichenden Aufnahmen, sichtbar werden.

Und siehe da: Es gib unterschiedliche Haaransätze. Und der Mann auf dem Blitzerfoto hat zwar einen schmalen Mund, aber vollere Lippen als der Stürmer. Dazu kommen die mehr anliegenden Ohren des Rasers. Huckenbeck kommt zu dem Schluss, dass Pohjanpalo nicht am Steuer gesessen hat.

Und deshalb erging ein Freispruch. Freund und Alibi des Fußball-Profis, Nica, musste sich gar nicht erst sich selbst belasten. BK