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Düsseldorf: „Evangelische Kirche Gerresheim“ gilt als Favorit

Düsseldorf : „Evangelische Kirche Gerresheim“ gilt als Favorit

Die Besucher des Gemeindefestes konnten über den neuen Namen der Gustav-Adolf-Kirche abstimmen.

Düsseldorf. Die Umbenennung der Gustav-Adolf-Kirche war ein wichtiges Thema bei den Besuchern des Gemeindefestes in Gerresheim. Ob die Kirche künftig anders heißen wird oder nicht, blieb jedoch offen. Die Bezeichnung „Evangelische Kirche Gerresheim“ gilt bei einer Änderung mittlerweile als Favorit. Ob es so kommen wird, entscheidet sich laut Pfarrerin Cornelia Oßwald aber erst, wenn die Stimmen im September ausgewertet sind.

Gustav Adolf II. als bisheriger Namensgeber ist aufgrund seiner Rolle als Kriegsherr umstritten. Der Schwedenkönig gilt jedoch auch als zentrale Persönlichkeit bei der Verbreitung des Protestantismus. Die Gäste des Festes konnten auf Stimmzetteln daher angeben, ob die Kirche weiter nach ihm benannt sein soll oder zur „Evangelischen Kirche Gerresheim“ wird.

Bisher eingebrachte weitere Vorschläge gelten als wenig aussichtsreich. Einige eingebrachte Namen waren bereits an andere Kirchen in Düsseldorf vergeben. Doch das ist nicht der einzige Grund: „Es ist schwer, als Namensgeber eine Persönlichkeit zu finden, die mit der Gemeinde direkt zu tun hat und zu ihr passt“, sagt Pfarrer Heinrich Fucks.

Mit „Evangelische Kirche Gerresheim“ kann sich Familie Hopp anfreunden. Sie findet die Namensänderung gut: „Gustav Adolf? Bis vor einigen Jahren wusste ich noch nicht mal, wer das ist“, sagt Peggy Hopp. Die Figur sei zu unbekannt. Oliver Hopp meint, dass ein neuer, neutraler und einheitlicher Name auch besser zu den mittlerweile zusammengefassten Gemeinden passe.

Bernd Zielinski plädiert dafür, dass der Name erhalten bleibt. „Es gibt so viele Persönlichkeiten, die Krieg geführt haben, zum Beispiel Barbarossa. Da müsste man ja alles umbenennen“, meint er. Das Gotteshaus sei ihm als Gustav-Adolf-Kirche zudem sehr vertraut, so wie vielen anderen Anwohnern.

Pfarrerin Oßwald verhält sich in der Frage neutral. „Die Diskussion um einen Namen ist keinen Konflikt wert“, sagt sie. Neben guten Argumenten sei es die Meinung der an der Gemeine Interessierten, die zähle. Zunächst wollen die Presbyter und die Pfarrer der Gemeinde sich nach der Sommerpause über die Aktion ein Bild machen und die Stimmzettel genau ansehen. Danach werde eine Lösung erarbeitet, die der Gemeinde vorgestellt wird und noch einmal diskutiert werden kann. Danach kann ein verbindlicher Beschluss gefasst werden. Möglichst bis Ende des Jahres soll dann endgültig feststehen, wie die Kirche in Zukunft heißt.