Erster Vergleich im Dauerstreit ums Apollo

Erster Vergleich im Dauerstreit ums Apollo

Nach Jahre langem Rechtsstreit ist eines der Verfahren zwischen Varieté und Grundstückseigner auf dem Weg zur gütlichen Einigung.

Düsseldorf. Seit Jahren streiten die Betreiber des Apollo-Varieté und die Eigentümergesellschaft des Glasbaus unter der Rheinkniebrücke vor den Gerichten. Die Vermieterin, Grundstücksgemeinschaft Düsseldorf GbR, hatte den Artisten zwischenzeitlich sogar gekündigt. Die Kündigung zum 31.Dezember 2009 hat das Landgericht im September allerdings für ungültig erklärt.

Dieses Urteil ficht die Eigentümergesellschaft vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht an. Doch im Vorfeld der Verhandlung, die am 20.Mai stattfinden soll, gibt es Anzeichen, dass die Streitenden nach Jahren des Zankens aufeinander zugehen. Bei einem weiteren Verfahren, das seit fast vier Jahren läuft, haben sich die Parteien am Montag auf einen Vergleich geeinigt.

Die Grundstücksgemeinschaft hatte gegen die Apollo-Betreiber geklagt und gut 16000Euro Kosten geltend gemacht, die im Zusammenhang mit der Ausbesserung der Lüftungsanlage des Apollo in den Jahren 2003 bis 2005 entstanden sein sollen. "Die Klägerin versucht, laufende Betreuungskosten, die sie als Vermieterin tragen muss, auf uns abzuwälzen", argumentierte das Apollo.

Die Vermieter widersprachen: Hätte das Apollo das Gebäude nicht vergammeln lassen, sei die Reparatur nicht notwendig gewesen - ein Vorwurf, der auch bei der zurückgewiesenen Kündigung zu Tragen kam.

Um zu klären, wer in welchem Maße Schuld hat am Zustand des Gebäudes, wäre ein weiteres Gutachten notwendig, welches das seit 2006 laufende Verfahren weiter verlängern würde, sagte die Richterin. Schließlich verständigten die Streitparteien sich darauf, dass das Apollo der Vermieterin insgesamt 8500 Euro zahlt, und die Klage damit vom Tisch ist.

Die Vermietungsgesellschaft kann diesen Vergleich allerdings noch bis zum 18. Januar widerrufen. Der Apollo-Geschäftsführer Thomas Schütte sagte nach der Verhandlung: "Wir wollen uns endlich wieder darauf konzentrieren können, ein gutes Varieté zu machen."

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