Erster Artwalk überrascht mit Kunst im Grafenberger Wald in Düsseldorf

Rundgang : Der erste „Artwalk“ überrascht mit Kunst im Grafenberger Wald

Am Sonntag bieten 20 Künstler einen Rundgang durch den Grafenberger Wald und präsentieren dabei Kunst im Grünen. Um 11 Uhr geht es los.

Eine Ostereier-Suche im Wald ist ein beliebtes Spiel für die Familien. Aber an diesem Sonntag geht es um Kunst. Eine tolle Idee ist dies, die von den beiden Mitgliedern im Kulturkreis Gerresheim, Inken Heske und Christina von Plate, ausgeheckt wurde. Sie lassen die großen Kunstausstellungen in Gerresheim wieder aufleben, aber in moderner Gestalt. Also raus aus den vier Wänden und hinein in die Natur. Außerdem meinen sie, nichts verbinde die Düsseldorfer mit den Gerresheimern so sehr wie der Grafenberger Wald. Nun mussten sie nur noch 20 Teilnehmer finden und ihr Projekt mit der städtischen Forstabteilung und der Unteren Naturschutzbehörde abstimmen. Am Sonntag um 11 Uhr geht es los, das Ende ist gegen 18 Uhr.

Zwei Zugänge sind eingerichtet, am Bismarckweg in der Nähe des Staufenplatzes und an der Wolfsschlucht (Höhenweg) gegenüber vom Wildpark. Damit sich niemand verirrt, stehen Studenten an den Eingängen. Sie haben Broschüren mit den Kunstwerken und den Künstlern angefertigt, die sie verteilen.

„Frühstück im Grünen“ auf Duschvorhängen in der Lichtung

Ein Lieblingsthema von Gesine Kikol, Meisterschülerin von Immendorff, ist Manets berühmtes Gemälde „Frühstück im Grünen“. In ihrem Atelier in Bilk variiert sie die Sitzenden im Wald auf verschiedene Art. Jetzt hat sie das Motiv auf Duschvorhänge gemalt und in eine Lichtung gehängt.

Anys Reimann machte erst vor wenigen Monaten ihren Abschluss als Meisterschülerin von Grünfeld. Seit Jahren beschäftigt sie sich mit „Ofelia“, wie sie ihr Projekt frei nach Shakespeare nennt. Flüchtlinge und Fremde, aber auch das Befremdliche in uns sind ihre Themen. Nun wird sie schwarze, exotische Blumen aus anderen Ländern wie einen Wildwuchs ins Freie setzen. Die reale Natur soll der kunstvollen und künstlichen Natur begegnen. Sie freue sich riesig, dass sie teilnehmen kann, denn ihre Arbeit sei nichts für einen weißen Ausstellungsraum.

Die Auswahl der Künstler lief großenteils über Flüsterpropaganda. So kam etwa Peter Ripka in die Runde, ein klassischer Bildhauer, der das Figürliche liebt. Er hat eine 60 Zentimeter große Figur geschnitzt, einen jungen Mann, der mit beiden Armen einen Baum umarmt. Der Stamm aber fehlt. Er gerät fast ins Schwärmen, wenn er von den „herrlichen Stämmen im Grafenberger Wald“ schwärmt. Die Umarmung sei ja seit Jahrhunderten eine besondere Geste der Liebe, in diesem Fall eine Geste für die Liebe zur Natur.

Es machen aber auch Künstler mit, die weniger mit dem Wald und mehr mit Urban Art im Sinn haben, wie der Sprayer Ben Mathis. Er ist Nachbar der Organisatorin Christina von Plate in Grafenberg, und die sprach ihn einfach an. Sein Kunstwerk ist nur für den Tag gedacht. Es sind „Schilder im Wald“. Er hat sie aus Holz hergestellt und dafür gesorgt, dass sie den echten Straßenschildern ähnlich sind. Er sagt: „Schilder sind Zeichen für Gebote und Verbote. Dabei geht es immer um Normen, die die Gesellschaft wie selbstverständlich respektiert. Ich mache damit auf etwas anderes aufmerksam.“ Er verrät nur so viel, dass man seine Werke im Unterholz finden werde.

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