Erfolg zum Umhängen

Die Schülerfirma Nert lässt Taschen aus alten Turnmatten produzieren. Die Teilnehmer lernen etwas über Wirtschaft.

Düsseldorf. Viele Reste gab es, als die alte Turnhalle des Max-Planck-Gymnasiums Mitte 2010 abgerissen wurde. „Das wäre schade gewesen, die alle wegzuwerfen“, sagt Jonas Wördermann mit Blick auf einige alte Turnmatten, die seitdem ein trostloses Dasein fristeten. Und so war die Idee geboren für die Schülerfirma „Nert“. Denn aus den Matten ließen die jungen Unternehmer Taschen schneidern, die nun verkauft werden.

Die Schülerfirma ist Teil eines Projektes, das die 17 Elftklässler zusammen mit Lehrer Henning Pracht realisieren. „Der Kurs ist auf ein Jahr angelegt, danach wird die Firma wieder aufgelöst.“ Start war im September und da musste zunächst einmal das nötige Kapital besorgt werden. „Insgesamt gibt es 90 Anteilsscheine an der Firma, die wir für je zehn Euro verkaufen“, sagt Henning. Ein Euro davon wird an das Projekt Lebenszeichen gespendet.

Auf diese Weise kam schnell eine kleine Summe zustande, mit der die Schüler eine Düsseldorfer Schneiderin aufsuchten. „Natürlich lassen wir hier produzieren. Schließlich wollen wir ja die Wirtschaft vor Ort ankurbeln“, sagt Jonas Wördermann, der den Marketing-Jargon schon richtig drauf hat.

22 Taschen sind so entstanden, von denen 15 bereits einen Besitzer gefunden haben. Und auch von den Anteilscheinen sind nur noch 27 übrig. Einen von ihnen besitzt seit Freitag Oberbürgermeister Dirk Elbers, von dem sich die jungen Unternehmer eine kleine Werbewirkung erhoffen.

Für die Schüler, die sich einen Stundenlohn von 50 Cent ausbezahlen, geht es aber nicht nur um Spaß und Erfolg. „Am Ende des Projektes muss jeder einen Bericht schreiben. Sie lernen viel über Marketing, Buchführung und Bürokratie und bekommen natürlich auch eine Note“, sagt ihr Lehrer.

Auch wenn nur noch wenige Taschen übrig sind, geht das Projekt weiter. „Wir planen gerade, Lampenschirmen aus alten Landkarten und Couchtische aus Europaletten herzustellen“, sagt Jonas Wördermann. Auf diese Weise steigt der Wert der Anteilsscheine. „Momentan liegt er bei 17,50 Euro“, sagt der 17-Jährige stolz.

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