Erfahrungsbericht: Paketzustellung - Kein Willkommen in Etage fünf

Erfahrungsbericht: Paketzustellung - Kein Willkommen in Etage fünf

Drei Fälle, ein Ergebnis: Die Boten schaffen es nicht bis ins Dachgeschoss.

Düsseldorf. Seit einem Jahr wohne ich nun schon in Etage fünf, direkt unterm Dach. Klingt unkomfortabel für die Postboten — ist es aber nicht, denn es gibt einen Aufzug. Trotzdem lehrt die Erfahrung seit dem letzten Umzug (damals Etage zwei ohne Lift): Paketlieferanten wollen offenbar nicht hoch hinaus. Dauert wohl zu lange. Sehr zu meinem Leidwesen.

Hier drei exemplarische Fälle aus der Carlstadt, alle selbst erlebt — und übrigens alle mit DHL.

Fall 1: Postmann klingelt, ich warte an der offenen Türe und höre, dass der Mann in den dritten Stock fährt, dort ein anderes Paket abliefert — und dann den Nachbarn fragt, ob er auch mein Paket annehmen könnte. Nachdem der Nachbar dies verneint, nimmt er das Päckchen wieder mit. Später liegt eine Karte im Briefkasten, ich wäre nicht anzutreffen gewesen.

Fall 2: Ich erwarte eine dringende Sendung, sehe vom Fenster aus den Paketwagen. Nun warte ich auf das Klingeln, aber es passiert — nichts. Nach 20 Minuten Wartezeit — immer noch nichts. Ich gehe runter und finde wieder die berüchtigte Karte im Briefkasten. Der Wagen vor der Tür ist weg, ich halte Ausschau — und erspähe ihn hinten am Carlsplatz. Ich laufe rüber, finde den Postboten beim Erdbeerenkauf. Warum er nicht geklingelt hat? Habe er sehr wohl, behauptet er dreist und schämt sich gar nicht. Immerhin gibt er mir auf Verlangen noch das Paket aus dem Wagen.

Fall 3: Beginnt wie Fall 2. Diesmal aber finde ich den Postmann (freilich ein anderer Kollege als im vorigen Beispiel) in der Nachbarstraße. Auf die Ansprache, warum er denn nicht klingele, meint er bloß: „Ja, warten Sie eine Minute, ich komme gleich und gebe Ihnen ihr Paket.“ Danach warte ich geschlagene 30 Minuten am Wagen, bis er gemütlich zurück geschlendert kommt.