Energie in Düsseldorf Preis für Fernwärme fast verdoppelt

Düsseldorf · Heerdter zahlen statt 67 plötzlich 135 Euro. Die Stadtwerke erklären dies mit „äußeren Umständen“.

 Das Gebiet „Wohnen am Biotop“ in Heerdt trägt eine klare ökologische Handschrift.

Das Gebiet „Wohnen am Biotop“ in Heerdt trägt eine klare ökologische Handschrift.

Foto: Marc Ingel

(arc) Bernd Jäniche lebt mit seiner Frau in dem noch jungen, ökologisch anspruchsvollen Quartier „Wohnen am Ökotop“ in Heerdt. „Mit dem Kauf unserer Wohnung mussten wir einen Fernwärmevertrag abschließen“, sagt er, was er damals nicht weiter schlimm fand. „2018 ging man noch von einem guten Produkt aus, heute wissen wir, dass wir an einen Monopolisten geraten sind, der über Fernwärme doppelt kassiert.“

Hintergrund seines Ärgers: Zahlte er zuvor noch 67 Euro im Monat wuchs der Abschlag im November 2022 plötzlich auf 95 Euro an, und im Mai 2023 waren es schließlich gar 135 Euro. „Das ist doch Abzocke.“ Auf seine Schreiben habe Jäniche zudem keinerlei Antwort von den Stadtwerken erhalten. Immerhin: Auf Anfrage nehmen sich die Stadtwerke viel Zeit für eine Erläuterung. So hätten sich im vergangenen Jahr die Arbeitspreise im Zuge der vertraglich vereinbarten jährlichen Preisanpassung für die Fernwärmeversorgung in der Innenstadt aufgrund der massiv gestiegenen Kosten für die Beschaffung von Energie zum 1. April deutlich erhöht, erklärt eine Sprecherin. „Die drastische Erhöhung hing mit dem starken Anstieg des Erdgaspreises im Vorjahr zusammen – zum Beispiel durch die enorme Verknappung der russischen Erdgas-Lieferungen nach Deutschland.

Der Gasbezugspreis habe sich schon vom Jahresbeginn 2021 bis zum Herbst verdreifacht – auch durch eine weltweit anziehende Konjunktur nach dem coronabedingten Einbruch. Dazu hätten sich die Auswirkungen des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG) addiert. „Deshalb hatten die Stadtwerke Düsseldorf zum 1. Januar 2022 bereits die Gaspreise erhöht. Die deutlich höheren Gasbezugspreise schlagen auch auf die Fernwärmepreise durch – allerdings mit einem gewissen zeitlichen Verzug“, sagt die Sprecherin.

Außerdem: „Wie alle anderen Versorger auch standen wir zu Beginn des Jahres 2023 vor der Herausforderung, sehr kurzfristig die Preisbremse der Bundesregierung umzusetzen. In Zeiten regulatorischer Sonderregelungen und Krisen ist nicht immer alles nach Plan verlaufen.“

Der Gesetzgeber habe die Umsetzungsfrist für Energieversorger zeitlich sehr eng gesetzt. Die notwendigen Umstellungen zur Umsetzung des Energiepreisbremsengesetzes habe die Programmierung neuer Software erfordert, vieles sei hinzugekommen, erklärt die Sprecherin die schleppende Beantwortung von Fragen.

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