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Endspurt für die Eisbahn

Endspurt für die Eisbahn

Mehr als 10.000 Menschen fuhren bereits auf Schlittschuhen über die Eisbahn vor dem Schauspielhaus.

Düsseldorf. Es duftet nach Zimt und Glühwein, aus den Boxen ertönen Lieder wie "Last Christmas" und "Jingle Bells". Und vielen dürfte es zum ersten Mal so richtig weihnachtlich ums Herz werden, denn endlich stimmen auch die Außentemperaturen mit der Adventszeit überein: Es ist klirrend kalt und trocken. Da schmeckt nicht nur der Glühwein besser, der nun tatsächlich dem Aufwärmen dient, auch das Schlittschuhlaufen unter freiem Himmel macht viel mehr Spaß.

Auf der Eisbahn am Gründgens-Platz, die von der Westdeutschen Zeitung als Medienpartner begleitet und von festlich geschmückten Buden umrahmt wird, ist mächtig was los. Jugendliche flitzen übers Eis, als hätten sie noch nie etwas anderes gemacht, andere sind noch unsicher und halten sich zwischendurch lieber mal an der Bande fest.

Vor dem Schlittschuhverleih hat sich eine lange Schlange gebildet - viele wollen aufs Eis. "Es ist viel schöner, unter freiem Himmel zu fahren, als in der Halle", meint Sascha Menzel. Und seine Frau Ruth fügt hinzu: "Und wenn es dunkel wird, ist die Kulisse noch schöner." Melanie Lehr ist mit Töchterchen Vanessa (5) auch zum Schlittschuhlaufen gekommen, hält sich aber lieber am Rand auf. "Mir ist das zu glatt, aber die Kleine hat das schon richtig gut drauf."

Tatsächlich dreht Vanessa langsam aber sicher ihre Runden - immer schön in Bandennähe. Eine besondere Freude wollten Katrin Weissenburger und Marc Möhlmann aus Wuppertal ihren kleinen Patenkindern Fiona (5) und Elena (7) machen: Sie unternehmen mit ihnen einen Ausflug zur Eisbahn, für die Jüngere ist es das erste Mal auf dem Eis.

"Aber das macht nichts, ich kann mich ja festhalten", sagt sie selbstbewusst - und die erste Fahrt auf Kufen klappt. Die Eisbahn ist ein Ziel für die ganze Familie. Väter fahren mit Söhnen, Enkel mit der Oma. Dass man sich manchmal gegenseitig auffangen und an der Hand halten muss, scheint wie gemacht für die Weihnachtszeit.

Jana Freitag (20) ist mit ihrer kleinen Schwester Jolina (7) gekommen, Hans Kerner (67) mit Enkelin Sophie (9): "Opa unternimmt oft was mit mir, aber Schlittschuhlaufen waren wir noch nie", strahlt sie.

"Die Bahn ist ein voller Erfolg", meint auch Betreiber Titus Jacobs. "Bisher waren über 10.000 Menschen auf dem Eis." Es seien sogar schon Gruppen aus England und Holland da gewesen, auch Amerikaner und Belgier habe er gesehen.

Und für den frühen Abend hat er sich wieder einmal etwas ganz Besonderes ausgedacht: Pünktlich um 17 Uhr treten Krampusse aus dem österreichischen Hintertux auf und laufen durch die Menschenmenge - unheimlich aussehende Gestalten mit Fellen, Holzmasken, Hörnern, lauten Glocken und Trommeln. "Krampusse gehören zu einem heidnischen Brauch", erklärt Jacobs. "Sie läuten den Winter ein."

Bei den frostigen Temperaturen und der weihnachtlichen Stimmung am Gründgens-Platz haben die Gruselgestalten damit genau den richtigen Tag erwischt.