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Elf Gründe, warum Fortuna Düsseldorf Bayern München schlägt

Fußball : Elf Gründe, warum Düsseldorf am Samstag München schlägt

Fortuna Düsseldorf tritt beim FC Bayern an. Wir haben Argumente für einen unwahrscheinlichen Sieg zusammengetragen.

1. Mehr als 100 Jahre frischer. Schon in den Anfängen ist ein Unterschied zu erkennen. Hier, also in Düsseldorf, eine klare Linie, dort der bayerische Schlendrian. Die Stadtgründung ist hier präzise terminiert: 14. August 1288. In München ist das deutlich schwieriger. Es gibt eine Urkunde aus dem Jahr 1158, in der die Stadt erwähnt wird, die tatsächliche Gründung liegt höchstwahrscheinlich noch früher und ist nicht überliefert. So oder so: Düsseldorf ist jünger und geht deshalb mit mehr Frische ins Duell.

2. Es ist die richtige Jahreszeit. Unfassbar, dass dieses legendäre Spiel schon 40 Jahre her ist. Am 9. Dezember 1978 wurden die Bayern im Rheinstadion mit 7:1 vermöbelt. Leider waren da nicht mal 30 000 Zuschauer in der Schüssel, weiß der Teufel warum Fortuna in diesen seligen Bundesliga-Stammgast-Zeiten viel weniger angesagt war als heute. Sei’s drum, vielleicht geht ja in München heute auch mitten im Spiel der Rasensprenger an...

3. Olympia motiviert. München hatte bekanntlich schon seine Olympischen Spiele 1972, Düsseldorf will seine noch ergattern, wenn auch nicht alleine, sondern im großen Rhein-Ruhr-Verbund, am liebsten 2032. Also ist auch die (selbsternannte) Sport-Stadt Düsseldorf heute besonders motiviert.

4. Die politische Zukunft ist schon da. Die Mehrheitsverhältnisse in Deutschland und die Verteilung der Mandate auf allen Ebenen ändern sich derzeit merklich. Das macht neue Bündnisse und mit ihnen eine neue Flexibilität erforderlich. Am Rhein ist man darauf ganz offensichtlich schon eingestellt. Hier haben nach der Kommunalwahl 2014 SPD, FDP und Grüne eine Kooperation beschlossen und eine Ampel gebildet. Und in München? Da gibt es eine Große Koalition - immerhin aber in einer politologisch interessanten Konstellation: Die SPD hat im Münchener Stadtrat einen Sitz mehr als die CSU.

5. Fortuna hat mehr Münchner. Gleich drei Fortuna-Profis sind in München geboren: Raphael Wolf, Diego Contento und Davor Lovren. Bei den Bayern kann das nur Sandro Wagner von sich behaupten.

6. Heine wusste es schon. Der große Dichter unserer Stadt hat tatsächlich auch mal in München gelebt, zwischen November 1827 und Juli 1828. Aus den ersten dieser Tage stammt eine wunderbare Gemeinheit: „Es sieht hier so aus, wie ich es erwartete, nemlich herzlich schlecht“, schreibt er damals in einem Brief.

7. In München hat Fortuna mehrfach was geholt. 7:1, 6:5, 4:0, 4:1 oder 4:2: Jeder echte Fortuna-Fan kann diese legendären Heimsiege gegen die Bayern aus älteren Tagen im Schlaf runterbeten. Aber F95 hat auch in München durchaus nicht immer verloren. Drei Mal siegten die Rot-Weißen beim FC Bayern – 1967 mit 2:1 (Waldi Gerhardt, Reinhold Straus), 1986  3:2 (2x Ralf Dusend, Holger Fach) und 1991 1:0 (Thomas Allofs). Dazu kommen respektable fünf Unentschieden, zuletzt 1996.

8. Ein musikalisch locker herausgespieltes 3:0. Die Hymnen: „Tage wie diese“ versus „Stern des Südens“ – keine weiteren Fragen. Die Pioniere: Die bis heute weltweit verehrten Kraftwerk versus Giorgio Moroder. Giorgio wer? Die neuen Helden: Broilers versus, ja gegen wen eigentlich? Bevor jetzt einer Sportfreunde Stiller sagt: Die sind aus Germering.

9. Fortunas Trainer ist ein Multitalent. Friedhelm Funkel hatte 2005 einen Auftritt bei der ZDF-Serie „Ein Fall für Zwei“. Das wird nur von Berti Vogts‘ „Tatort“-Szene getoppt. Niko Kovac hingegen scheint maximal eine Begabung zu haben.

10. Düsseldorf ist pragmatischer. Wenn das Stadion mal belegt ist, wird ein neues nebenan gebaut – wie beim ESC 2011. Und wenn sich beim Aufstieg herausstellt, dass der Rathausbalkon zu klein zum Feiern ist, wird er halt vergrößert.

11. Fortuna ist bodenständiger. Entgegen des Klischees gibt es im Fortuna-Fanshop an alkoholischen Getränken nur Gin und Kräuterlikör. Und bei den Bayern? Natürlich Champagner.