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Siegerentwürfe: Elegantes Hochhaus und aufgeräumter Vorplatz für den Hauptbahnhof

Siegerentwürfe : Elegantes Hochhaus und aufgeräumter Vorplatz für den Hauptbahnhof

Die Jury kürt die Siegerentwürfe für den Umbau von Bahnhof und Adenauer-Platz. Bis zum Baustart aber vergehen noch Jahre.

Düsseldorf. Gefühlt 50, tatsächlich mindestens 15 Jahre lässt die Umgestaltung des unansehnlichen Konrad-Adenauer-Platzes auf sich warten. Vor gut einem Jahr kam dann nach einem Treffen von Oberbürgermeister Thomas Geisel mit Bahn-Vorstand Ronald Pofalla Zug in die Bummelpartie, am Freitag konnte eine Jury deshalb im Rathaus schon die beiden Sieger aus dem Wettbewerb für die Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes und den Umbau des Bahnhofes selbst küren — nach zweitägiger Diskussion und einstimmig. „Die Ergebnisse können sich sehen lassen“, sagte Geisel. Planungsdezernentin Cornelia Zuschke ist zuversichtlich, „dass die Stadt nun endlich das gewünschte repräsentative Entrée bekommt“.

Wie soll der Adenauer-Platz neu gestaltet werden? In diesem „Realisierungsteil“ ging der 1. Platz an die Arbeitsgemeinschaft aus GTL Triebswetter (Landschaftsarchitekten) mit Vössing (Ingenieure) und den Düsseldorfer RKW-Architekten. Sie wollen den Adenauer-Platz aufräumen, ihn klar und übersichtlich gestalten als einen zusammenhängenden Raum mit einheitlichem Bodenbelag.

Vor den Bahnhof setzen sie eine grüne Ankommens- und Aufenthaltszone mit Bäumen — die auch auf der gegenüber liegenden (westlichen) Platzseite vor der Häuserfront gepflanzt werden; auch eine (kleinere) Wasserfläche soll es geben; dahinter fahren weiter die Straßenbahnen, die Haltestellen kriegen aber neue, filigrane Dächer. Die Freßbuden verschwinden, ebenso die Taxis im Bereich Südeingang (dort bleibt nur eine Zufahrt für die Bundespolizei); Taxis und andere Autos konzentrieren sich auf die Fläche vor dem Nordeingang. In der Mitte weist eine breite Achse den Weg zur Innenstadt und Königsallee; auch zur Immermannstraße und dem künftigen Kulturzentrum zweigt eine Achse ab, Zierkirschen dienen als kleiner Tribut an die japanische Gemeinde.

Was geschieht im und am Bahnhof selbst? Diesen Teil des Wettbewerbs gewann das Team „Planorama“ aus Berlin. Hauptmerkmal ihres Entwurfes ist ein 100-Meter-Hochhaus, das — leicht zurückgesetzt am Nordeingang — das große Pendant zum alten Südturm (30 Meter) markiert. Wie der leicht konkave Turm aus Backstein und viel Glas mit 28 Etagen und drei Tiefgeschossen für 200 Parkplätze genutzt wird, weiß die DB noch nicht, eventuell zieht sie selbst ein, sagt Rolf Reh (DB-Vorstand Station). Daneben will die Bahn den denkmalgeschützten Bahnhof Schritt für Schritt modernisieren.

Werden die Siegerentwürfe so umgesetzt? Nicht eins zu eins. Sie sollen aber, das versicherten Stadt und Bahn, die klare Richtschnur darstellen. Es folgen freilich erneute Bürgerbeteiligungen, müssen die Bauexperten von Stadt und Bahn alles auf Realisierbarkeit und Finanzierbarkeit prüfen, dann kommt die Stadtpolitik ins Spiel.

Wer ist wo der Investor? Die Stadt übernimmt (und bezahlt) den neuen Adenauer-Platz, die Deutsche Bahn Bahnhof samt Hochhaus.

Wann ist Baubeginn? Das kann genau keiner sagen, klar ist, dass noch einmal Jahre vergehen. Zuschke sprach von bis zu fünf Jahren. Die Bahn schätzt die weitere Planungszeit auf gut drei Jahre, der Bahnhofsumbau dauere dann im laufenden Betrieb wohl fünf, der Hochhausbau drei Jahre. Heißt: Der neue Turm ist frühestens 2024 fertig, der neue Bahnhof 2026.