Düsseldorf: Eklat im Terrorprozess um geplanten IS-Anschlag in Düsseldorf

Düsseldorf : Eklat im Terrorprozess um geplanten IS-Anschlag in Düsseldorf

Im Prozess gegen einen mutmaßlichen IS-Terroristen rastete der Hauptangeklagte am Mittwoch im Gerichtssaal komplett aus. Zielscheibe war ein Mitangeklagter.

Düsseldorf. Im Prozess um den geplanten Anschlag der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) in Düsseldorf ist es am Mittwoch zu einem Eklat gekommen. Der Hauptangeklagte Saleh A. beschimpfte einen Mitangeklagten mit den Worten: „Mahood, wenn ich hier rauskomme, werde ich deine Mutter ficken.“ Der Auslöser für den Wutausbruch blieb unklar. Die Vorsitzende Richterin am Oberlandesgericht, Barbara Havliza, unterbrach daraufhin die Verhandlung und ließ den Angeklagten von Justizwachtmeistern aus dem Saal abführen. Dabei rief Saleh A. laut Übersetzer: „Sie sind ein lächerliches Gericht“ sowie „Allahu akbar“ (Gott ist groß).

Das Gericht hatte am Mittwoch einen in Schweden inhaftierten Zeugen per Video-Liveschaltung vernehmen wollen. Doch der in Abschiebehaft sitzende Marokkaner verweigerte die Aussage. Er wolle nichts aussagen und könne sich auch an nichts erinnern, sagte der aus Schweden zugeschaltete 26-Jährige mehrfach auf Nachfragen des Gerichts. Er soll zwei der in Düsseldorf angeklagten Männer aus gemeinsamer Zeit in der Türkei kennen.

Saleh A. hatte sich in Paris freiwillig der Polizei gestellt und sich selbst bezichtigt: Er habe von der IS-Führung in Rakka den Auftrag angenommen, in der Düsseldorfer Altstadt einen verheerenden Terroranschlag zu begehen. Zwei Selbstmordattentäter sollten sich dabei inmitten von Altstadtbesuchern in die Luft sprengen und weitere Terroristen an den Ausgängen der Altstadt mit Kalaschnikows möglichst viele flüchtende Menschen erschießen. Insgesamt habe ein zehnköpfiges Terrorkommando Tod, Angst und Schrecken verbreiten sollen.

Tatsächlich habe er den Auftrag aber nur angenommen, um Syrien verlassen zu können, hatte Saleh A. ausgesagt. Er soll im März 2015 nach Deutschland gekommen und in Kaarst bei Düsseldorf mehrere Monate in einem Flüchtlingsheim untergebracht gewesen sein.

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