Düsseldorf: Eisstadion mit neuer Kältetechnik

Düsseldorf : Eisstadion mit neuer Kältetechnik

Am Samstag startete die Saison an der Brehmstraße. Für viel Geld wurde dort im Sommer die Technik saniert.

Düsseldorf. Auf den ersten Blick sieht in der Eissporthalle an der Brehmstraße noch alles so aus wie immer. Doch der Schein trügt. „In der Sommerpause ist hier viel passiert“, sagt Alexander Schmucker, Eismeister in der Halle, der am vergangenen Samstag zum ersten Mal in dieser Saison die Tore für Eissport-Freunde öffnete. Für insgesamt 1,5 Millionen Euro wurde die in die Jahre gekommene Kältetechnik im Eisstadion in den vergangenen Monaten erneuert. Vor rund zwei Wochen waren die Arbeiten beendet worden, die Probephase der Technik sei nun vorbei. „Wir sind bestens gerüstet für die bevorstehende Saison“, gab sich der Eismeister zufrieden.

Etwas abseits, in einer Ecke des Gebäudes, befindet sich die Kälteanlage. In einem kleinen Anbau, hinter einer schweren Stahltür. Zentrales Element der neuen Anlage ist ein großer Tank mit flüssigem Ammoniak. Rund drei Tonnen des Stoffes passen dort hinein. „Über verschiedene Rohre wird der Ammoniak unter die Eisbahn geleitet“, erklärt Eismeister Schmucker. Das müsse man sich vorstellen wie bei einer Fußbodenheizung — „nur dass unser System eben nicht heizt, sondern kühlt.“

Der flüssige Ammoniak erwärme sich jedoch mit der Zeit und werde gasförmig. „Dieses Gas pumpen wir ab und leiten es in einen Kühlturm“, sagt Schmucker. Auch der wurde während der Sommermonate neben der Halle neu gebaut und ist nun wesentlich größer als das Vorgängermodell. In ihm wird das Gas abgekühlt und anschließend verdichtet, so dass der Ammoniak wieder flüssig wird — und in den großen Tank geleitet werden kann. Von dort aus beginnt der Kreislauf von neuem. Die neue Anlage nun sei wesentlich effizienter, als die alte, sagt Schmucker: „Wir brauchen weniger Ammoniak und weniger Energie.“

Neu sei zudem auch die Steuerung der Anlage. Über einen modernen Computer können die acht Mitarbeiter des Eisstadions präzise auf Temperaturschwankungen und Wettereinflüsse reagieren. Denn da das Stadion an der Brehmstraße nicht komplett geschlossen ist, verändere sich auch die Temperatur im Inneren stetig. „Bei 30 Grad brauchen wir entsprechend mehr Ammoniak, um die Eisbahn kühl zu halten.“

Neu ist aber nicht nur die Kälteanlage. Seit zwei Monaten ist bereits eine neue Eismaschine im Einsatz. Die soll das Eis innerhalb von höchstens sieben Minuten wieder aufbereiten können. Hinten verfügt sie über einen Wasserwerfer, mit dem die Dicke des Eises genau eingestellt werden kann: „Beispielsweise in den Kurven, wo mehr Abrieb ist als auf der Fläche“, sagt Schmucker.

Mehr von Westdeutsche Zeitung