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Einzelhandel hat nur wenige Flächen frei

Einzelhandel hat nur wenige Flächen frei

Allein in Münchens Innenstadt stehen noch weniger Läden zur Weitervermietung bereit. Deutlich mehr sind es etwa in Köln.

Nach einer Analyse des Immobiliendienstleisters Jones Lang Lasalle (JLL) der Einzelhandelsflächen in den Toplagen der neun größten deutschen Städte steht Düsseldorf gut da. Gerade mal drei Prozent der analysierten Fläche in der Innenstadt von rund 112 200 Quadratmetern gelten hier als verfügbar. Und das, obwohl es auch viele Neuvermietungen gibt. Laut JLL gilt das in diesem Jahr bislang für 14 300 Quadratmeter, womit „Düsseldorf als eine von ganz wenigen der großen Metropolen an den eigenen Schnitt der vergangenen fünf Jahre von rund 16 800 Quadratmeter herankommt“, sagt Marcel Abel, Geschäftsführender Direktor und Niederlassungsleiter von JLL Düsseldorf. Das heißt: Wenn Flächen frei werden, sind sie schnell wieder vergeben. „Die Nachfrage ist sehr hoch“, sagt Abel. Die Ergebnisse der Untersuchung im Detail:

Wie viele Läden sind frei? Acht von 152 Läden sind in Düsseldorf verfügbar. Echter Leerstand ist dabei die Ausnahme, vielmehr gibt es Untermieter-Lösungen oder es ist schon absehbar, dass ein Mietvertrag endet. Im Vergleich der neun Metropolen liegt der durchschnittliche Wert bei elf Prozent verfügbarer Ladenlokale, bei insgesamt 2250 untersuchten. Mit 5,3 Prozent liegt München vor Düsseldorf mit 5,9 Prozent. Schlusslicht ist Köln mit 18,5 Prozent.

Welche Art von Läden ist vor allem verfügbar? Hier spiegelt sich in Düsseldorf ein bundesweiter Trend: Vor allem große Ladenflächen ab 500 bis 1000 Quadratmetern stehen Neuvermietungen offen. Dirk Wichner, Einzelhandelsexperte von JLL, erklärt: „Statt auf volle Kleiderständer setzen viele Händler mittlerweile auf Kauferlebnis, Exklusivität und Service — den Rest erledigt die eigene Website.“ Der Bedarf an Flächen sei deshalb nicht mehr so groß, vor allem, wenn es über mehrere Etagen gehe. Da bieten sich laut Wichner künftig neue Chancen für den Büromarkt.

Manche Händler, oft alteingesessene, hätten den Anforderungen des Online-Handels zum Teil auch nicht standgehalten — etwa Hennig und Bornemeyer.

Wie entwickeln sich die Mieten? Während die Mieten über Jahre immer weiter stiegen, stagnierten sie zuletzt — vor allem, weil die Umsätze nicht mitwuchsen. Das kann laut JLL dazu führen, dass bei neuen Verträgen die Mieten auch mal niedriger sein können als nebenan. Die Top-Mieten liegen zurzeit an der Kö bei 290, an der Flinger Straße bei 210 und an der Schadowstraße bei 260 Euro pro Quadratmeter.

Was waren die wichtigsten Neuvermietungen? Einen Wandel zu mehr Exklusivität stellt JLL seit 2016 an der Graben- und Mittelstraße fest — hier haben sich hochwertige Marken wie Le Creuset, Caroline Biss und Von Floerke angesiedelt. Die wichtigsten Deals in diesem Jahr sind mit Uniqlo, Furla und American Vintage geschlossen worden.

In welchen Branchen wird der größte Vermietungsumsatz gemacht? Gastronomie (35 Prozent) und Textil (27 Prozent) liegen weit vorne. Mit jeweils sieben Prozent folgen Heim- und Wohnbedarf sowie Elektronik vor Sport mit sechs Prozent.

Was kann noch verbessert werden? „Kritik auf hohem Niveau“ übt Abel an der siloartigen Struktur der City. Jede Lage von der Schadowstraße über die Königsallee bis zur Flinger Straße sei für sich stark, es fehle aber an Verknüpfungen. Beschilderungen — etwa zum Rhein — könnten helfen. Vor allem müssten stadtplanerische Konzepte her. Abel spricht sich für die Rheinboulevard-Idee des Forums Stadtmarketing aus, die in die gleiche Richtung zielt.