Eine Straße nach Ulrike Scheffler-Rother in Düsseldorf

Ehrung : Eine Straße nach Ulrike Scheffler-Rother

Ehrung für die Retterin der Tannenhof-Siedlung und das Zero-Denkmal Rolandschule.

Eigentlich hätten alle Politiker aufmarschieren müssen, um die Ulrike-Scheffler-Rother-Straße an der Rather Straße einzuweihen. Denn die Namensgeberin, die 2009 mit 60 Jahren verstarb, hatte ein Herz für Düsseldorf. Sie konnte sich wundern und anschließend sofort handeln.

Als sie mit ihrer achtjährigen Tochter Ina in der Rolandschule aufkreuzte, um einem Mädchen Nachhilfe zu geben, entdeckte sie die Zero-Kunst an den Wänden und in den Abstellkammern. Als Schülerin von Joseph Beuys ließ sie nicht locker, bis die Schule unter Schutz stand und die Kunstwerke saniert waren. Es war nicht ihre einzige Tat.

1991/92 ging es um den Rahmenplan Derendorf, für den 12 von 16 Kasernen einem riesigen Bürokomplex geopfert werden sollten. Sie reagierte prompt, schuf eine Analyse zu den Kasernen als „Beitrag einer interessierten Bürgerin, der nicht unbedingt die Meinung des Amtes sei“, wie der damalige Planungsamtsleiter Kurt Schmidt sicherheitshalber erklärte, um sie zu schützen.

Sie ließ nie locker, untersuchte die „kaiserlichen Anlagen“, kämpfte mit dem „Planungsforum“, ließ sich 1994 als Bezirksvertreterin der BV 1 für die SPD wählen und erlebte schließlich, dass Politiker aller Fraktionen gut zuhörten. 1998 brachte sie die „Änderung des Flächennutzungsplans für Derendorf“ ein und ließ sich das Kasernengelände als zu schützendes Gelände einstimmig absegnen. Damit noch nicht genug: es gab mehr Wohnungen, die Straßenbahn wurde verlegt und die Baumasse verringert.

Mutter Scheffler wohnte per Smartphone der Feier bei

Horst Gieseler, einst ihr politischer Weggenosse und Freund der Familie, erzählte jetzt im Beisein des Pfarrers Rainer Kemberg und vieler Menschen, die ihr nahe standen, wie unnachahmlich sie die Dinge auf den Weg gebracht habe, fachlich perfekt, eher leise als laut, aber mit einer „unglaublich sachlichen Beharrlichkeit und einem Lächeln“. Schließlich wurden die Beschlüsse einstimmig gefasst.

Sie habe sogar bei den Männern gepunktet, meinte Gieseler, denn sie bekam die Ehrenplakette der Derendorfer Jonges. Derendorf, Golzheim und Pempelfort hätten ihr viel zu verdanken.

Da Ulrike Scheffler-Rother von 2000 bis zu ihrem Tod dem Lehrkörper der Hochschule Düsseldorf im Fachbereich Soziales angehörte, sprach auch die Präsidentin Brigitte Grass. Bezirksbürgermeisterin Marina Spillner, Initiatorin der Namensgebung, meinte gar, Scheffler-Rother hätte ihr beigebracht, wie man eine Sache durchbringt, ohne zu boxen.

Der Feier wohnten nicht nur der Witwer Walter Scheffler und Tochter Ina bei, sondern auch die Mutter, die im Alter von hundert Jahren wenigstens per Smartphone das Fest verfolgte.

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