Eine Rikscha für Düsseldorf-Wersten

Mobilität : Eine Rikscha für die Werstener

Wersten Der neue Stadtteil-Fahrdienst mit Elektromotor wird am Samstag vorgestellt. Freiwillige Fahrer werden noch gesucht.

Sie wiegt nur 53 Kilo, kann aber fünf Mal so viel Gewicht von A nach B fahren: Seit ein paar Tagen hat der Stadtteil Wersten eine eigene Rikscha, die nicht so mobile Menschen gratis zum Café, zum Rhein oder einfach nur an ihre Lieblingsorte fahren soll.

Das Quartiersprojekt „Wir machen mit!“ konnte die Rikscha mit Hilfe von Sponsorengeldern anschaffen. Die Idee dahinter: Menschen zu bewegen und gleichzeitig zusammenzubringen – trotz eventueller Mobilitätseinschränkungen. Ehrenamtliche, die gern im Sattel sitzen, werden noch gesucht. „Die Rikscha ist wendig und ganz einfach zu fahren, dafür sorgt der Elektromotor. Das macht echt Spaß“, sagt Benjamin Freese. Er ist für das Projekt verantwortlich und hofft auf viele freiwillige Pedalierer. „Für Nachbarn und Studierende von der nahen Uni ein super Fitnesssport“, wirbt er.

Testfahrt begeistert Seniorin, die nun zum Rhein möchte

Anneliese T. durfte für eine erste Testfahrt in der nagelneuen Rikscha Platz nehmen. Wie es sich drin sitzt? „Königlich“, strahlt die 89-jährige Düsseldorferin. Sie lebt seit einigen Jahren im DRK-Seniorenzentrum an der Kölner Landstraße. „Ich bin gerne unterwegs, aber meine Beine wollen nicht so wie ich.“ Die Rentnerin leidet an Parkinson, in ihrer Beweglichkeit ist sie stark eingeschränkt.

Früher hatte sie einen eigenen Friseursalon in Pempelfort, später dann einen Kiosk auf der Bankstraße. Und immer einen Schrebergarten in Wersten. „Ein paar Orte würde ich gerne einmal wiedersehen. Vielleicht erkenne ich ja noch ein paar Nachbarn, die immer in mein Büdchen kamen.“ Die Seniorin erinnert sich gut, auch an die Altstadt: „Da bin ich so gern hingegangen, die vielen kleinen Lokale, das Tante Anna, das Kommödchen“, zählt sie auf. Sie freut sich schon, wenn die Rikscha im August ihren Fahrdienst aufnimmt. „So eine kleine Reise, das ist wunderschön, ich könnte jeden Tag irgendwohin fahren“, schwärmt die lebenslustige Dame. Wo sie zuerst hin will, verrät sie auch: „An den Rhein natürlich.“

Am 17. August wird die erste inklusive Stadtteil-Rikscha in Düsseldorf-Wersten vorgestellt und getauft. Das Fest mit Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke findet am DRK-Zentrum Wersten, Kölner Landstraße 169 von 14 bis 16 Uhr statt.

Zum Projekthintergrund: „Wir machen mit!“ ist ein inklusives Quartiersprojekt und wird von der Aktion Mensch gefördert. Weitere Sponsoren der Stadtteil-Rikscha sind: Provinzial Rheinland Versicherung, Städtebauförderung NRW, Bezirksvertretung 9, Seb. Schützenverein-Düsseldorf Wersten 1925, Werbegemeinschaft „Wir in Wersten“, Zentrum plus der Caritas Wersten, „Mit Herz und Hand für Wersten“ – Don Bosco-Stiftung sowie die Mosaikschule. Weitere Infos zum Projekt im Internet. Red

www.wirmachenmit.net

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