Eine Motorrad-Gang mit den besten Absichten

Eine Motorrad-Gang mit den besten Absichten

Das Düsseldorfer Cactus Chapter ist mit seinen Harley-Davidson-Maschinen in den Frühling gestartet.

Düsseldorf. Prächtig glänzen die Maschinen in der Sonne, bevor die Mitglieder des Düsseldorfer Cactus Chapter am Sonntag mit ihren schweren Harleys von Hamm aus in Richtung Luxemburg starten.

„Wir wollen Spaß und Entspannung auf unseren Motorrädern haben. Daher meiden wir große Straßen und Autobahnen. Bei uns geht es ganz gemütlich durch die schöne Landschaft“, sagt Mike Wagner, der als einer der Road Captains für die Planung der Touren zuständig ist. Außerdem kümmert er sich um die Anfänger auf den Harleys: „Am sichersten ist es, direkt hinter mir herzufahren. Denn in der Fahrschule lernen Anfänger oft nur wenig. Bei mir sehen sie beispielsweise, wie man in die Kurven fährt oder wie man mit Spitzkehren umgeht.“

Jeden Sonntag geht es vom Treffpunkt an der Fährstraße raus auf die Straße. „Nur bei Regen bleiben die Maschinen stehen“, erklärt Achim Angerhausen, „Director“ des vor 21 Jahren gegründeten Chapters, das in der Regel nur Harley-Besitzer in seine Reihen aufnimmt. Und das Fahren bei schönen Wetter hat seinen Grund: „Drei Stunden brauche ich, um nach Regen die Maschine wieder auf Hochglanz zu bekommen“, erklärt Angerhausen, der im Berufsleben als Verkäufer bei der Bäckerei Hinkel arbeitet.

Gerade jetzt im Frühjahr gibt es gute Bedingungen für die Touren. „Trotzdem haben die meisten von uns inzwischen ihre Mopeds das ganze Jahr angemeldet. Denn nichts ist größer als der Ärger, wenn im Januar die Sonne scheint und man nicht rausfahren kann“, weiß der Chapterchef.

Dass sein Motorrad so aussieht, wie es jetzt auf dem Parkplatz steht, dafür hat der Düsseldorfer unzählige Arbeitsstunden investiert: „Ich habe die gesamte Maschine auseinandergenommen, um die Einzelteile mit einer Pulverbeschichtung versehen zu lassen. An meinem Lieblingssattel habe ich solange geflext und geklebt, bis er gepasst hat.“

Erst vor Kurzem ist Jörg Häusermann zum Chapter gestoßen: „Ich finde die Gemeinschaft toll, in der man sein Hobby pflegt“, sagt der 50-Jährige, der im vergangenen Jahr nach 13 Jahren Pause wieder in den Sattel gestiegen ist.

Dort sitzen beim Cactus Chapter übrigens auch viele Frauen, ein Drittel der 105 Mitglieder ist weiblich. „Das hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen“, weiß Angerhausen. In der Regel sind die Biker um die 40, wenn sie zum Chapter kommen: „Wir haben aber auch ein 20-jähriges Mitglied, und der Älteste im Sattel ist 82“, sagt der Director. Dann machen er und sein Chapter sich auf den Weg in den Frühling.

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