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Einbrüche nehmen in diesem Winter drastisch zu

Einbrüche nehmen in diesem Winter drastisch zu

2008 stieg die Zahl der Tagen erstmals seit 2003 wieder an. Und auch in diesem Jahr hält der Negativtrend an.

Düsseldorf. Eigentlich sah es seit Jahren so aus, als würden sich die Einbrecher aus Düsseldorf zurückziehen. Während es 2003 noch 2566 Taten gab, sank die Zahl danach kontinuierlich auf schließlich 1644 Einbrüche im Jahr 2007.

Doch das vergangene Jahr brachte die unerfreuliche Wende: Um fast 20 Prozent stiegen die Einbruchszahlen an auf 1950. Ein Negativtrend, der 2009 anhält: "Wir werden die Marke von 2000 Taten wohl leider knacken", sagt Polizeisprecher Wolfgang Wierich.

Dabei spielt den Kriminellen offenbar der Winter in die Karten. "Wir haben einen besonders hohen Anstieg der Taten in der dunklen Jahreszeit", sagt Wierich. Seit Jahren warnt die Polizei im Oktober vor den Profi-Einbrecherbanden, die pünktlich zur Zeitumstellung nach Düsseldorf reisen, um gerade am Stadtrand in Einfamilienhäusern ihr Unwesen zu treiben.

Der Kampf gegen diese Clans ist für die Polizei schwierig. Rund 40 Prozent der Einbrecher kommen von auswärts, sie reagieren flexibel - auch auf Maßnahmen der Polizei - und verschwinden schnell wieder. Viele Opfer haben nach einer Tat zwar das Gefühl, gezielt ausgewählt worden zu sein. Laut Wierich ist das aber eine subjektive Wahrnehmung. "Die Täter fahren meist in ein bestimmtes Viertel und schauen dann direkt vor Ort, welches Objekt sich eignet."

Die Polizei ist deshalb in der dunklen Jahreszeit in den Randgebieten präsent. Mit uniformierten Streifen, aber auch Zivilkräften, die verdächtige Personen gezielt beobachten, erklärt Wierich. "Wir sind aber sehr auf die Hilfe aufmerksamer Bürger angewiesen", sagt der Polizeisprecher. "Wir können nicht vor jedes Haus einen Streifenwagen stellen."

Ob sich die Zahlen in naher Zukunft wieder auf das niedrige Niveau von 2007 drücken lassen, da ist Wierich skeptisch. Der starke Rückgang der Zahlen in den Jahren zuvor lag wohl auch an der zentralisierten Bearbeitung der Einbrüche seit 2002. Zahlreiche Banden seien in der Folge aus dem Verkehr gezogen worden. "2007 war die Talsohle dann wohl erreicht", sagt Wierich. "Dennoch werden wir auf die Zahlen jetzt reagieren."