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Ein Tag als Feuerwehrfrau in Düsseldorf

Aktionstag : Mein Tag als Feuerwehrfrau

Beim Aktionstag auf dem Burgplatz konnte eine 80 Kilogramm schwere Puppe gezogen und im Rauch die Orientierung gesucht werden.

Wer bei der Feuerwehr arbeitet, muss schnell sein, braucht Mut und Kraft. Welche vielfältigen Aufgaben es zu bewältigen gilt — und ob ich als weitere Helferin geeignet wäre – teste ich am Aktionstag der Düsseldorfer Wachen am Burgplatz. Alle paar Jahre präsentiert sich dort die Feuerwehr mit Neuheiten wie diesmal einem beeindruckend großen Einsatzfahrzeug für den Flughafen – eindeutig ein Besuchermagnet. Doch in vielen Aktionen konnte man selbst zum Feuerwehrmann werden, zum Beispiel einen kleinen Brand löschen, Gasmasken aufziehen, schwere Puppen innerhalb von Sekunden in Sicherheit bringen oder sich in einer völlig verqualmten Kammer orientieren.

Große Brände sind das eine – manchmal reicht aber auch schon ein kleiner Feuerlöscher, ähnlich denen, die überall hängen. Auch die Feuerwehr bringt vergleichbare Geräte mit zum Einsatz. Schon Kinder können mit Hilfe von Erwachsenen die handelsüblichen Varianten bedienen. An der Flasche einen Hebel nach oben ziehen, am Schlauch einen Hebel drücken, und schon spritzt Wasser in Strahlen heraus – oder bei anderen Modellen Pulver oder Schaum. Kein Hexenwerk, doch als Erwachsener muss man die Flasche auch halten können, bis das Feuer aus ist. Mit der Zeit wird sie dann doch ganz schön schwer. Aber für wenige Minuten kein Problem.

Im weißen Qualm ist aboslut nichts mehr zu sehen

Eine völlig verqualmte Wohnung, Menschen, die dort ohnmächtig liegen und auf rasche Hilfe angewiesen sind – diese Ausgangslage gilt es bei einem Test nachzuempfinden. Die dafür aufgebaute Kammer misst nur wenige Schritte, Disconebel ahmt den Rauch nach – doch es wirkt beängstigend realistisch. Ich trete ein und bin sofort umhüllt von undurchdringlichem Weiß, sehe absolut nichts mehr. Die Arme nach vorne gereckt bewege ich mich Schrittchen für Schrittchen nach vorne. Mir vorzustellen, so an einem mir unbekannten Ort am Boden nach Verletzten tasten zu müssen, ohne die Orientierung zu verlieren – eine echte Herausforderung.

Wer zur Feuerwehr möchte, muss nicht nur mit solchen Situationen klarkommen, man muss auch Fitness-Tests bestehen. Wenige Sekunden zählen beispielsweise, wenn es gilt, einen Verletzten rasch in Sicherheit zu bringen – Schnelligkeit kann Leben retten. Eine Aufgabe besteht daher darin, eine rund 80 Kilo schwere Puppe in einer Minute 66 Meter weit zu ziehen, rückwärts und in mehreren Runden um Hütchen herum. Am Aktionstag ist zum Ausprobieren eine kürzere Strecke aufgebaut. Ich greife mit den Händen die an der Puppe angebrachten Gurte, stemme meine Beine in den Boden, lehne mich mit voller Kraft zurück – und bin überrascht, wie schnell ich doch in Bewegung komme. Aber nach einer Runde schwinden die Kräfte merklich, mein Herz schlägt wie wild. Nicht schlecht für den Anfang, aber um den Test zu bestehen, bräuchte ich wohl noch viel Training.

Für solche und ähnliche Tests muss man nicht auf den nächsten großen Aktionstag warten. Auf eine Drehleiter steigen, mit einem Schlauch spritzen und sich in Einsatzfahrzeuge setzen, das geht mehrmals im Jahr. Die Feuer- und Rettungswachen bieten regelmäßig Termine an (siehe Kasten) — für alle, die eine Familienkarte besitzen. Diese Karte gibt es kostenlos beim Jugendamt.