1. NRW
  2. Düsseldorf

Ein Schock für die Wagenbauer

Ein Schock für die Wagenbauer

Ordnungsamt verlangt sechs Begleiter/ Zoch ist in Gefahr.

Düsseldorf. Jede Menge Auflagen der Bezirksregierung muss das Carnevals Comitee beim Rosenmontagszug erfüllen, weil nach dem Unglück bei der Love Parade in Duisburg die Sicherheits-Bestimmungen verschärft wurden. Und nun hat die Stadt noch einen draufgelegt. Das Ordnungsamt verlangt nach Rücksprache mit Polizei und Feuerwehr, dass jeder Wagen in Zukunft sechs statt zwei Begleiter haben muss. Vor allem für die kleineren Vereine ist das kaum zu leisten.

„Ein Zugbegleiter kostet uns 80 bis 100 Euro“, sagt Heinz-Theo Krause, Präsident der Kittelbacher Blumenkinder, „vier Helfer mehr können wir nicht finanzieren.“ Dass Vereinsmitglieder den Job übernehmen, sei nicht so einfach: „Die helfen das ganze Jahr beim Wagenbau und möchten dann feiern. Unter den Umständen muss man überlegen, ob ein kleiner Verein überhaupt noch einen Wagen baut.“

Besonders hart trifft es die Prinzengarde Rot-Weiss, die mit vier Wagen am Zoch teilnimmt, also gleich 16 weitere Begleiter braucht. „Wir reden gerade im Vorstand darüber, ob wir Vereinsmitglieder, die nicht zur aktiven Garde gehören, dafür gewinnen können“, sagt Rot-Weiss-Sprecher Marc Frankenhauser.

Wie Jürgen Rieck, der Geschäftsführer des Carnevals Comitees, erklärt, sei das letzte Wort zur Zahl der Begleiter noch nicht gesprochen: „Da verhandeln wir noch mit der Stadt. In den 16 Jahren, seit ich für den Rosenmontagszug verantwortlich bin, ist noch nie etwas passiert.“

Jacques Tilly, der künstlerische Leiter des Zochs, hält die Maßnahmen für übertrieben: „Man kann den Rosenmontagszug, den es schon ewig gibt, nicht mit der Situation bei der Love Parade vergleichen. Wir haben jede Menge Erfahrung mit der Veranstaltung und es ist noch nie etwas passiert.“ Heute wird ein Gutachter in der Wagenbauhalle erwartet, der die Auflagen der Bezirksregierung überprüfen soll.

Zugleiter Hermann Schmitz rechnet Rosenmontag mit dem Schlimmsten: „Wenn uns nicht geholfen wird, dann bleibt der Zug stehen. Das können wir allein nicht leisten.“