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Ein Obstladen als Nachbarschaftshilfe

Ein Obstladen als Nachbarschaftshilfe

Weil in Hamm viele Geschäfte geschlossen haben, hat Freddy Hilden dort eine Art festen Marktstand eröffnet. Auch selbst angebautes Gemüse wird verkauft.

Düsseldorf. Als Gärtner Freddy Hilden vor sieben Jahren seinen Hofladen eröffnet hat, wollte er eigentlich nur eine Versorgungslücke schließen. „Es gab immer weniger Geschäfte in der Nachbarschaft. Plötzlich machte der Metzger zu, und auch der Drogeriemarkt war weg“, sagt der 46-Jährige. Also eröffnete er einfach selbst einen Laden — der heißt genau wie er und liegt an der Hammer Dorfstraße 97. Zwar bietet Hilden dort weder Wurstwaren noch Drogerieartikel an, aber seine Nachbarschaftshilfe wird gut angenommen. „Obst und Gemüse verkaufen wir hier einmal in der Woche.“

Jeden Donnerstag, wenn das schwere Schiebetor zum Hof geöffnet und der Blick auf den stets knapp eingeparkten Lkw, einen Siebeneinhalbtonner, frei geworden ist, können Anwohner regionale und Großmarkt-Ware kaufen. Und das den ganzen Tag über, von 9 bis 13.30 Uhr und von 15 bis 18 Uhr. In der ehemaligen Produktionshalle, in der Freddy Hildens Eltern, Katharina und Peter Hilden, vor 30 Jahren noch selbst geernteten Porree gewaschen, gebündelt und verpackt haben, baut Freddy Hilden nun einmal wöchentlich einen Verkaufstresen mit Obst und Gemüse auf. „Manche Kunden kommen extra für unsere Tomaten und Gurken“, sagt er. „Die kleinen Gurken sind leicht süßlich. Die bauen wir noch selbst an. Die Tomaten auch, in einem gut 400 Quadratmeter großen Gewächshaus.“

Und das steht auf einem angrenzenden Feld. „Dort, unter freiem Himmel, wachsen unsere Strauchbohnen.“ Im Herbst gibt es eigenen Grünkohl und Feldsalat. Bis 2011 verkaufte der 46-Jährige nur auf Wochenmärkten in Mettmann und Duisburg seine Ware. Mit einem insgesamt 14 Meter langen Lkw-Zug, dem Siebeneinhalbtonner und einem Anhänger, der sich zu einem 15-Meter-Verkaufswagen umbauen lässt, touren Freddy und Ehefrau Margit Hilden wochentags durch die Region. „Obst und Gemüse Hilden“ prangt in großen Lettern auf dem riesigen Fahrzeug; mit dem geht es immer erst zum Großmarkt und anschließend zurück zum eigenen Hofladen oder ins Umland. „Die Wochenmarktflächen haben wir 2001 von meiner Tante übernommen“, erinnert sich Freddy Hilden. Das Geschäft sei schwierig. „Den großen Discountern können wir nur begegnen, wenn wir eine andere Qualität und besondere Freundlichkeit bieten.“

Auf individuelle Kundenwünsche einzugehen, gehöre auch dazu. „Wir verkaufen auch mal ein halbes Schälchen Tomaten, wenn einem Kunden ein ganzes zu viel ist“, bringt er seine Philosophie auf den Punkt.