Foto Ein Kurs für bessere Fotos mit dem Smartphone

Düsseldorf · Unter Anleitung hat unsere Autorin bei einem Rundgang durch den Medienhafen mit seinen vielen bekannten Motiven auch neue Wege der Fotografie entdeckt.

 Die Marina im Medienhafen, mit der Skyline im Hintergrund und viel Tiefe im Foto.

Die Marina im Medienhafen, mit der Skyline im Hintergrund und viel Tiefe im Foto.

Foto: Julia Nimführ

Der Medienhafen ist nicht nur ein Touristen-Highlight, sondern auch für ungewöhnliche Fotos geeignet und bei Hobby-Fotografen ebenso wie Profis, bei Künstlern ebenso wie Influencern beliebt. Eine neue Tour des bundesweiten Veranstalters Meet the World geht daher genau durch dieses Viertel, von Hotspot zu Hotspot. Social-Media-Manager Erkan Dörtoluk ist an den Wochenenden mit kleinen Gruppen unterwegs, er erklärt dabei, was den einzelnen Standort optisch so besonders macht. Und er gibt natürlich Tipps, wie jeder selbst dort raffinierte Fotos schießen kann.

Jedes Smartphone mit Pro-Modus ist geeignet

Dafür brauche es kein teures, topaktuelles Gerät – selbst Dörtoluks eigenes Handy ist schon ein paar Jahre alt. Damit die Tour Spaß macht, ist jedoch eine Kamera Voraussetzung, die verschiedene manuell einstellbare Funktionen hat – im sogenannten Pro-Modus beispielsweise. Bei manchen Smartphone-Anbietern lässt sich dafür auch eine extra App herunterladen. Das eigene Gerät kennenzulernen, Sinn und Zweck der Einstellungen zu erfahren, die Grundlagen der Fotografie zu erlernen und damit zu experimentieren, darum geht es in der rund dreistündigen Veranstaltung. Wie finde ich gute Motive? Was tun, wenn das Bild nicht scharf werden will? Welche Einstellung bewirkt was? Und wo liegen die Grenzen einer Handy-Kamera? Die Zeit verfliegt auf der Jagd nach mehr Wissen und nach guten Bildern.

 Perspektivwechsel: die Gehry-Bauten von unten und mit veränderten Kamera-Einstellungen.

Perspektivwechsel: die Gehry-Bauten von unten und mit veränderten Kamera-Einstellungen.

Foto: Julia Nimführ

Sonnenschein wäre eine gute Voraussetzung für ansprechende Ergebnisse, für Kontraste mit Licht und Schatten – aber dafür braucht es Glück. Bei einem wolkenverhangenen Himmel gilt es eben, die düstere Stimmung entsprechend zu nutzen. Los geht die Tour an der Haltestelle unterhalb der Rheinknie-Brücke, an einem zunächst wenig einladend wirkenden Platz. „Fotografen lieben diesen Ort, er bietet viele Möglichkeiten“, sagt Dörtoluk. Er verweist auf das Spiel der Formen: gerade Linien der Pfeiler, die spiralförmige Fußgänger-Auffahrt, Bäume, die zwischen Beton stehen. Der erste wichtige Hinweis: die Perspektive macht es, der Standort, der Winkel der Kamera. Einfach mal nach oben fotografieren zum Beispiel. Ausgewählte Fotos zeigen, was Profis mit ihrem geschulten Blick auf so einem Platz entdecken.

Schnell umzusetzen sind Tipps für eine harmonische Bildgestaltung. Gitternetzlinien anschalten, die den Bildschirm in neun Felder teilen. Dann das wichtigste Motiv an der oberen Linie oder entlang der rechten oder linken Linie platzieren. Das Auge liebt eine solche Aufteilung grob in ein Drittel und zwei Drittel. Ähnliches gilt für den Anteil des Himmels: Der Horizont sollte an der unteren Linie beginnen, der Himmel also viel Platz einnehmen. Die Unterschiede zu vorher? Erstaunlich.

 Erkan Dörtoluk zeigt auf einer Tour Düsseldorfs beste Motive für ungewöhnliche Bilder, darunter die Gehry-Bauten.

Erkan Dörtoluk zeigt auf einer Tour Düsseldorfs beste Motive für ungewöhnliche Bilder, darunter die Gehry-Bauten.

Foto: Julia Nimführ

Ähnlich geht es weiter. Eine nächste Aufgabe lautet, das Stadttor mit einem Natur-Element zu verbinden, möglichst kreativ. Das Smartphone steckt zur Hälfte im Gestrüpp oder hinter einer Hecke, wird hin und her gekippt, bis es passt. Mutig, neugierig sein, lautet das Motto, egal wo.

 Das Stadttor mit ganz viel Atmosphäre, durch Bäume hindurch fotografiert.

Das Stadttor mit ganz viel Atmosphäre, durch Bäume hindurch fotografiert.

Foto: Julia Nimführ

In einem Café zeigt Dörtoluk die Bildbearbeitung

 Der Rheinturm: Gewusst wie, passt er endlich ganz aufs Foto, wenn auch noch verwackelt. Nächstes mal mit Stativ.

Der Rheinturm: Gewusst wie, passt er endlich ganz aufs Foto, wenn auch noch verwackelt. Nächstes mal mit Stativ.

Foto: Julia Nimführ

Richtig professionell kann man sich fühlen, wenn es um Belichtung, Weißabgleich, warmes und kaltes Licht geht. Dörtoluk erklärt, welche Einstellung bei welchen Motiven und welchen Lichtverhältnissen Sinn macht, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen. Bei den Gehry-Bauten angekommen, ist schon einiges an Grundlagen da, um damit zu spielen. Um Influencer, um Modefotografie und Porträts geht es an der Living-Brücke – dem größten Laufsteg Düsseldorfs. Und auch dazu gibt es Tipps, damit riesige Schatten unter den Augen oder ein Doppelkinn erst keine Chance haben.

Möglichkeiten zu Spielereien gibt es beim letzten Teil der Tour, im Café. Die Bildbearbeitung der Kamera, aber auch die App Instragram werden ausgiebig genutzt, um ein Foto zu verändern – zu verbessern oder schlichtweg komplett zu verfremden.

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