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Ein Krimi zum Mitspielen im Museum

Ein Krimi zum Mitspielen im Museum

Die Theatergruppe „Looters“ inszeniert einen Rätselraum im Theatermuseum, aus dem das Publikum sich selbst befreien muss.

Eigentlich inszeniert das Ensemble „Looters“ Stücke für das Theatermuseum. Dieses Mal sollen jedoch die Zuschauer die Darsteller eines Rollenspiels werden. Und zwar im „Escape Room“-Spiel „Codename: Louise“, das am Sonntag seine Premiere feiern wird. Bei einem solchen Escape Room müssen die Spieler versuchen, aus einem Rätselraum zu entkommen, in dem sie zusammen Hinweise sammeln, sich gut absprechen und Indizien miteinander kombinieren, um den Schlüssel aus dem Raum zu finden.

In „Codename: Louise“ — in Anspielung an die Düsseldorfer Theaterleiterin Louise Dumont — sollen die Spieler Teil einer Krimigeschichte werden, in der sie selbst als Spione einen Mordplan aufdecken müssen. Die Rätsel haben dabei, passend zum Thema, oft einen Theaterbezug. So kann sich ein Hinweis zu einem Zahlencode im ausliegenden Skript von „Faust“ verstecken, oder ein Foto vom alten Schauspielhaus ein Indiz darauf sein, wo sich der Schlüssel zum Ausgang befindet, der innerhalb von 60 Minuten gefunden werden muss, um zu gewinnen.

Hier hilft dem Ensemble der Fundus des Theatermuseums, dessen Requisiten als Verstecke für Hinweise dienen. Aber auch sonst gibt es große Gemeinsamkeiten zwischen Theater und Escape Room, wie Anna Blankenberg vom Theatermuseum betont: „Man muss sich in beiden Fällen auf eine Geschichte einlassen und zusammenarbeiten, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.“ Es sei jedoch nicht notwendig, Vorwissen zum Thema Theater zu besitzen: „Wir würden uns natürlich freuen, wenn die Teilnehmer beim Spielen was über das Theater und die Theatergeschichte lernen.“

Überhaupt solle der Escape Room jedem offenstehen. Auch werden die zwei bis sieben Spieler von einem Ensemblemitglied begleitet. Dieser steht aber nicht mit ihnen im Raum, sondern kann über die im Raum stehenden Mikrofone hören, wie die Spieler miteinanderspielen, und über Bildschirme mit ihnen kommunizieren, um unter Umständen Tipps zu geben: „Zwar ist uns wichtig, dass der Raum eine Herausforderung darstellt, aber wir wollen nicht, dass sich die Leute 60 Minuten lang langweilen, weil sie gerade bei einem Rätsel auf dem Schlauch stehen“, erklärt Ensemblemitglied Dennis Palmen. Er hofft, mit seiner Erfahrung aus Theaterinszenierungen einschätzen zu können, wie die Geschichte an die Gruppe angepasst am besten weitererzählt werden könne: „Die Dramaturgie ist auch bei so einem Escape Room unheimlich wichtig, um für eine gute Atmosphäre zu sorgen.“

Das Spiel ist für das Ensemble dann gelungen, wenn die Gruppe Spaß daran hatte, selbst wenn sie das Spiel verliert. Da das Ensemble letztes Jahr auch schon einen Escape Room in Neuss inszeniert hat, haben sie gewisse Erfahrung darin, wie unterschiedlich die Anforderungen der Gruppen sein können. „Es gibt immer die Profis, die von vorne herein sagen, dass sie keine Tipps oder andere Hilfestellung haben wollen. Manchmal hat man aber auch Geburtstagsgruppen, die vielleicht auch schon etwas getrunken haben, und deshalb nicht jeden Hinweis sofort verstehen, aber trotzdem Spaß an der Inszenierung haben“, erklärt Palmen.

Und auch Leute, die in geschlossenen Räumen schnell unruhig werden, sollen nicht ausgeschlossen werden: „Natürlich sind die Teilnehmer bei dem Escape Room nicht wirklich eingesperrt und die Ausgangstür steht im Notfall auch so offen. Aber die meisten haben doch den Ehrgeiz, den Schlüssel erst mal zu finden.“