Ein Handwerker aus Düsseldorf setzt aufs Lastenfahrrad

Mobilität : Ein Handwerker setzt aufs Lastenfahrrad

Die Kritik der Handwerksinstitutionen an der Umweltspur weist Dirk Schmidt zurück.

In einem offenen Brief hatten sich die Handwerkskammer und die Kreishandwerkerschaft gegen die Umweltspuren ausgesprochen. Sie führten zu „massiven Störungen im Betriebsablauf und zu betriebswirtschaftlichen Schaden“, behaupteten Handwerkskammer-Präsident Andreas Ehlert und Kreishandwerksmeister Thomas Dopheide. Außerdem wurde kritisiert, dass man trotz Mobilitätspartnerschaft mit der Stadt von den Umweltspuren nur aus den Medien erfahren habe.

Als Schreinermeister Dirk Schmidt diesen Brief las, platzte ihm die Hutschnur. Er schrieb umgehend einen Brief an seine beiden Standesinstitutionen zurück. Der Tenor seines Briefes in einem Satz: „Ich bin von der Handwerkerschaft enttäuscht!“ Schmidt kritisiert in seinem Brief, dass die Handwerkerschaft keinen Punkt, auf den man sich mit der Stadt in der Mobilitätspartnerschaft verständigt hatte, eingehalten hat.

Schmidt warnt vor Dieselfahrverboten

„Die Handwerker machen die Augen zu, hoffen, dass alles so bleibt, wie es immer war. Aber ohne die Umweltspuren kommen Dieselfahrverbote. Und das wird die Handwerker noch stärker treffen, denn eine dauerhafte Ausnahmeregelung davon für Handwerker wird es nicht geben. Nach einer Übergangszeit von neun Monaten müssen alle Handwerker ihre Fuhrparks dann umgerüstet haben. Und das wird teuer“, sagt Schmidt. Auch das Argument, die Stadt habe den Handwerkern ihre Ziele nicht kommuniziert, weist er zurück. „Ich bin selbst in der Mobilitätspartnerschaft. Ich wusste seit zwei Jahren, dass die Umweltspuren kommen.“

Schmidt selbst hat schon seit 2014 alternative Antriebsarten für seine Firma entdeckt: die eigene Muskelkraft. „2014 habe ich mein erstes Lastenfahrrad gekauft. Seitdem erledige ich immer mehr Fahrten damit statt mit den zwei Transportern, die ich in der Firma habe. Rund 3500 Kilometer im Jahr absolvieren wir mit den Lastenrädern.“ Gerade die kleineren Aufträge oder die Fahrten zu Kunden für Aufmaße werden mit den Lastenrädern absolviert. „Ich bin damit auch viel schneller beim Kunden. Wer Veränderung will, findet Lösungen, wer keine Veränderungen will, findet Gründe“, sagt Schmidt.

Am Dienstag wird Schmidt zur Innungsversammlung der Tischler gehen, um dort sein Konzept „Entrepreneurs for Future“ vorzustellen. Zunächst hatte er überlegt, als Reaktion auf den offenen Brief der Organisationen nicht mehr hinzugehen. „Ich bin es satt, als ökologisches Feigenblatt für die zu dienen. Aber hätte ich boykottiert, wäre das ja so ähnlich gewesen, wie die Aufkündigung der Mobilitätspartnerschaft durch die Verbände. Ich werde weiter um Veränderungen werben.“