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Ed Sheeran auf Schalke: „Düsseldorfer Arena hatte da nie eine Chance“

Ed Sheeran auf Schalke: „Düsseldorfer Arena hatte da nie eine Chance“

D-Live Chef Michael Brill und OB Geisel versuchen zu erklären, warum in Gelsenkirchen jetzt plötzlich doch zwei Stadionabende möglich sind — in Düsseldorf aber nicht.

Düsseldorf. Diese Volte von FKP Scorpio befeuert in Düsseldorf den gerade abgekühlten Streit um das Ed-Sheeran-Konzert neu: Lange tat der Konzertveranstalter so, als setze er alles auf den neuen Open-Air-Park auf dem Messe-Parkplatz. Mehrfach hieß es von den Hamburger Konzertmanagern, ein Ausweichen in die Arena und dann für zwei Abende sei absolut nicht möglich: „Die Produktion ist zu groß und auch das Tourneeprogramm des Künstlers gibt es nicht her, dass z. B. die Esprit Arena an mehreren Abenden bespielt wird“, hieß es in einer offiziellen Antwort von FKP Scorpio. Und jetzt geschieht genau dies: Ed Sheeran spielt an zwei Abenden in einer Arena, am 22. und am 23. Juli — allerdings in der auf Schalke.

CDU-Chef Thomas Jarzombek kommentierte das bei Facebook drastisch: „Wir wurden belogen und betrogen.“ Und das bezieht er nicht nur auf FKP Scorpio, Jarzombek findet, dass auch die Glaubwürdigkeit von OB Geisel dahin sei, weil der so massiv und mit der Beschwörung düsterer Szenarien für den Event-Standort Düsseldorf das Konzert auf dem Parkplatz habe durchsetzen wollen.

Geisel und Michael Brill, der Chef der städtischen Eventtochter D-Live, die alle Hallen und auch die angedachte Open-Air-Fläche vermarkten, erklärten vor der Presse ihre Sicht der Dinge. Der OB betonte, dass Düsseldorf ja überhaupt nur wegen der Open-Air-Fläche an der Messe ins Spiel gekommen sei, nachdem das Konzert in Essen geplatzt war. „Das galt als unser Alleinstellungsmerkmal“, und: ,„Das Konzertgeschäft ist knallhart.“ Brill brachte es auf die Formel: „Letztlich geht es immer nur um die Zuschauerkapazitäten.“ Und da habe „Schalke“ eben — je nach der Bühnenkonfiguration — immer 10 bis 15 000 Plätze mehr zu bieten die Esprit Arena.

105.000 Fans seien es jetzt bei den beiden Sheeran-Abenden in Gelsenkirchen (heißt: etwa 20.000 Karten gehen neu in den Verkauf), in Düseldorf seien nicht einmal 80.000 zusammengekommen. „Deshalb gab es nie eine Chance, Ed Sheran in die Arena zu holen — auch nicht für zwei Abende hintereinander“, sagte Brill. Freilich gab er zu, selbst überrascht gewesen zu sein, dass im Tour-Plan von Ed Sheeran plötzlich doch zwei Termine möglich sind.

Dass der Veranstalter seine Karten (mit dem Joker Arena auf Schalke) erst auf den Tisch legte, als es endgültig keine Genehmigung für Düsseldorf gab, hat Profis nicht überrascht. Zumal die riesige Open-Air-Fläche in Stockum finanziell lukrativer gewesen wäre — nicht nur bei der Miete. Brill bestätigte eine Aussage von CDU-Fraktionschef Rüdiger Gutt im Rat, dass FKP in Düsseldorf auch die gesamte Gastronomie selbst mitgebracht und so viel Geld extra verdient hätte. „Normalerweise wollen wir das Gastro-Geschäft für uns haben, aber die Frage ist immer, was man im Markt durchsetzen kann.“

Der Open-Air-Parks soll aber nun keineswegs begraben werden. Geisel allerdings ist jetzt vorsichtiger, diese Lehre habe er aus der ganzen Geschichte gezogen: „Die Parteien müssen erst klar sagen, was sie dort wirklich wollen.“ Wenn etwa die Grünen fordern, dass gar kein Baum gefällt werden dürfe oder die CDU, dass die Anwohner nicht gestört werden dürften, habe er Zweifel, wie ernst dann der Wunsch nach der neuen Eventfläche sei. Die Grünen wollen ein ganz reguläres Bauleitverfahren: „So kann das Gelände maßgeschneidert geplant und die Beteiligung der Bürger und der Umwelt- und Naturschutzverbände gesichert werden“, meint Fraktionssprecher Norbert Czerwinski.

Konzert-Info: FKP Scorpio verschickt an alle Karteninhaber neue Tickets für Gelsenkirchen. Wer sie zurückgeben und erstattet bekommen will, muss sich bis 7. Juli melden.