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E-Skateboard schafft Tempo 30

E-Skateboard schafft Tempo 30

Die Stadtwerke werben mit dem besonderen Fahrzeug für Elektromobilität.

Düsseldorf. Was Carl mir in die Hand drückt, sieht aus wie eine kleine Wasserpistole. Es ist aber die Fernbedienung für das Elektro-Skateboard, das vor uns auf dem Boden steht. Der zehnjährige Carl Vogel soll mir zeigen, wie man darauf fährt.

Im Rahmen der Rollnacht haben die Stadtwerke am Donnerstagabend auch ein E-Bike und ein Elektroauto mitgebracht, um für das Thema Elektromobilität zu werben. „Das Skateboard ist schon eher ein Spaß-Gerät“, sagt Pascal Specht von den Stadtwerken. „Aber es senkt die Hemmschwelle, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.“

Bei Carl gibt es diese Hemmschwelle nicht. Ziemlich zügig ist er auf der Wiese nahe der Einfahrt zum Rheinufertunnel an mir vorbeigefahren. Bis 30 km/h fährt das E-Board. Obwohl er am Vortag zum ersten Mal auf dem Board stand, wirkt er wie ein Profi.

Jetzt bin ich dran: „Du stellst dich seitlich drauf“, erklärt er mir. Mein rechtes Bein kommt auf die vordere Hälfte des Bretts, das linke schräg nach hinten. „Du musst leicht in die Knie gehen“, lautet die erste Anweisung. Dazu soll ich mein Gewicht nach vorne verlagern, damit mich der Rückstoß beim Losfahren nicht vom Board reißt.

Denn selbst treten muss ich nicht. Wenn ich den Hebel der Fernbedienung leicht nach hinten ziehe, gebe ich Gas. Carl guckt skeptisch, aber ich fühle mich bereit. Ich gebe Gas, rolle aber nicht. Mein hinterer Fuß steht nicht mittig genug und blockiert ein Hinterrad. Die sind ziemlich groß und sehen aus wie kleine Traktorreifen.

Unter mir vibriert das Skateboard, als es sich in Bewegung setzt. Mit Schrittgeschwindigkeit fahre ich über die Wiese und fühle mich ziemlich tollkühn. Weil mir geradeaus fahren schnell zu langweilig wird, möchte ich lenken. Dazu muss ich mein Körpergewicht zusammen mit dem Oberkörper leicht nach vorn verlagern und schon fahre ich nach links. Das Gleichgewicht zu halten, ist dabei gar nicht so einfach. Ich ziehe die Geschwindigkeit an und muss doch abspringen, bevor ich Spaziergänger ramme.

Trotzdem will ich es zumindest einmal auf der Rheinuferpromenade ausprobieren. Carl gibt mir noch ein paar Haltungstipps und ist einigermaßen zufrieden mit mir. Ich mit mir auch. Und mit etwas mehr Übung, würde ich auch gegen meinen Fahrlehrer antreten.