Duftmesse: Es liegt was in der Luft

Duftmesse: Es liegt was in der Luft

Am Wochenende drehte sich im Malkasten bei der ersten Duftmesse alles um Extravaganz aus kleinen Flacons.

Düsseldorf. Der Nabel der Schönheit lag an diesem Wochenende in Düsseldorf: Beauty-Messe, Parfümerie-Fachtagung des Bundesverbandes und dann noch Deutschlands erste Duftmesse mit dem geheimnisvollen Namen "Sniffapalooza" im Malkasten! Es riecht blumig und orientalisch, ein edler Mix feinster Ingredienzien liegt in der Luft:

An diesem Wochenende sind im Malkasten 50 internationale Dufthersteller zu Gast. Doch wer traditionelle Marken wie Chanel und Co sucht, wird nicht fündig: Hier präsentieren sich Parfümeure aus Japan, Frankreich, Italien, USA, Spanien, Marokko und Deutschland, die auf dem deutschen Markt noch weitgehend unbekannt sind. Unter ihnen ist sogar ein Düsseldorfer Parfümeur: der Frisör Andreas Reichenberg. Sie alle bieten extravagante Düfte an, die so ganz anders sein sollen als jene, die bislang auf dem deutschen Markt existieren, sagt Bernd Kruschka, Organisator der Duftmesse.

Die Besucher geben ihm Recht: "Es sind ganz wundervolle ausdrucksstarke Düfte, die ich hier getestet habe. Sie polarisieren allerdings, man mag sie oder man mag sie gar nicht", sagt Viktor Herbert (34), bekennender Parfüm-Fan. Die Duftmesse hat ihre Türen für Fachpublikum wie Endverbraucher geöffnet. Parfümerie-Besitzerin Gudrun Hirt ist aus Ostwestfalen-Lippe angereist: "Diese Messe ist großartig, hier kann man endlich mal Nischendüfte kennenlernen!"

Ihre Überzeugung: "Die kleinen Parfümerien können nur überleben, wenn sich ihr Angebot vom dem der großen unterscheidet, und das können wir nur mit Parfüms, die es nicht überall gibt". Natürlich hat die Extravaganz und Exklusivität ihren Preis: Viele Produkte, die hier gezeigt werden, kosten deutlich über 100Euro im 100-Milliliter-Flacon.

Jasmin Treutscher (41) ist von der exzellenten Beratung der Teams begeistert: "Sie können die Wertigkeit der Düfte wirklich sehr gut vermitteln!" Rainer Diersche (57) von Linari aus Hamburg setzt in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auf den kleinen Luxus: Er bietet vergoldete Flacons an, stapelbar in futuristischem Design, flach und schwer in der Ausführung: "Wir setzen nicht auf Masse, sondern Qualität. Unser Parfüm ist unisex - für Mann und Frau. Wir wollen den Individualisten ansprechen, der anders sein möchte."

Daniel Friedrichs, Maitre des Parfums, meint gar: "Die Messe hier ist ein Leuchtturm in der Branche. Hier wird Appetit auf mehr geweckt. Und ich bin sicher, dass Düsseldorf schon bald die Dufthauptstadt Deutschlands ist!"

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