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Düssseldorfs Prinzenpaar in der Warteschleife

Ein echt jeckes Jahr für das Düsseldorfer Doppel : Das Prinzenpaar harrt aus

Die beiden haben ein jeckes Jahr hinter sich. Ihr Motto: Aufstehen, Krönchen richten und weitergehen.

Das hat es im Düsseldorfer Karneval noch nicht gegeben, doch die anhaltende Corona-Pandemie in Deutschland macht es möglich: Das aktuelle Prinzenpaar Dirk Mecklenbrauck und Uåsa Katharina Maisch wird gleich für die Dauer von zwei Sessionen das Zepter innehaben.

Ein Prinzenpaar in der Warteschleife! Wie fühlt sich das an?

Uåsa Katharina Maisch: Es ist ein wenig langweilig.

Dirk Mecklenbrauck: Das jetzt mit Ihnen ist unser letzter offizieller Termin – zumindest in diesem Jahr und vielleicht auch bis zu unserer Kürung im November 2021. Ist schon seltsam.

Maisch: Bis es die endgültige Absage zur Session gab, hatten wir zumindest noch ein paar Termine, kleinere Besuche. Auf unserer Facebookseite passierte auch noch ein wenig.

Kam die Absage zur Prinzenpaarkürung für Sie überraschend?

Maisch: Schon. Wir hatten ja immer noch gehofft, im Januar zumindest im ganz kleinen Kreis zum Prinzenpaar gekürt zu werden. Uns war bewusst, dass die Session ausfällt. Aber wir wären zumindest offiziell schon gern Prinzenpaar geworden.

Mecklenbrauck: Ein wenig traurig sind wir schon. Man fällt in ein kleines Loch. Wenn das am Ende der Session passiert, dann ist das normal. Aber wir haben ja noch nicht mal die großen Feiern erlebt. Es ist ja auch schon alles fertig. Die großen Orden, die Spenden-Pins, also die kleinen Orden. Mein Ornat und fünf Strumpfhosen hängen schon im Schrank.

Haben Sie die Strumpfhosen schon Probe getragen?

Mecklenbrauck: Na klar. Die sind aus weißem Elastan, ist gar nicht so schlimm. Die Schuhe sind rot, die sind doch ganz witzig.

Wie ist das mit Ihren Roben?

Maisch: Das sind sieben Stück, und die sind schon alle genäht.

Müssen Sie sehr auf die Figur achten? In einem Jahr sollten die Kleider ja noch passen, oder?

Maisch: Die Roben sind sehr auf den Körper geschneidert. Da sollte ich besser kein Gramm zunehmen. Zur Not müssen wir es halt wieder etwas weiten.

Einen ähnlichen Fall gab es schon mal 1991. Da regierte der Prinz zwei Sessionen lang.

Mecklenbrauck: Da war das Problem der Irak-Krieg, der Prinz blieb bis zum Jahr darauf, die Venetia wurde in der Zwischenzeit schwanger, dann wurde es eine andere.

Sie beide sind seit 1998 in Düsseldorf. Wie haben Sie sich kennengelernt?

Maisch: Mein Mann hat uns einander vorgestellt. Wir sind alle Juristen und lernten uns in über Studienfreunde kennen.

Wie ist Ihr Leben als Jurist in Zeiten von Corona?

Mecklenbrauck: Coronabedingt ist auch bei uns in der Kanzlei weniger los. Weniger Projekte, weniger Vertragsprüfungen, weniger Gerichtsverhandlungen usw.

Maisch: Ich bin ja zurzeit als Juristin noch im Innenministerium. Da läuft sowieso Vieles anders.

Hat der Innenminister Herbert Reul Ihnen denn auch schon eine Art Freistellung für die Hochphase des Karnevals in Aussicht gestellt. So war das doch bei der LKA-Beamtin und Venetia Sabine Ilbertz vor zwei Jahren?

Maisch: Die Frage stellt sich nicht mehr, denn zum 1. Januar wechsele ich zu einem Projektentwickler. Bevor bekanntgegeben werden sollte, dass Dirk und ich das neue Prinzenpaar werden, habe ich natürlich Herrn Reul gefragt. Normalerweise fragt man ja nur seine Familie beziehungsweise seinen Partner.

Auch wenn Sie beide noch Bürgerliche sind und noch nicht regieren dürfen, Sie werden als „Düsseldorfs Corona-Prinzenpaar“ in die Geschichte eingehen. Wie finden Sie das?

Mecklenbrauck: Ich finde es tatsächlich irgendwie witzig. Außerdem: was willst Du machen? Wir können ja auch nichts dafür.

Maisch: Wir wussten ja vorher, worauf wir uns einlassen, insofern stehe ich dazu.

Sie haben einen ungewöhnlichen Vornamen: Uåsa, wie kamen Sie dazu?

Maisch: Ausgesprochen werde ich „Oßa“. Der Name ist schwedisch. Einer meiner Brüder heißt Ulof. Meine Eltern hatte eine Art schwedische Phase.

Mecklenbrauck: Mein Vorname wird hochdeutsch ausgesprochen: D“i“rk, die Betonung liegt auf dem „i“. Die Rheinländer sprechen ihn aber immer mit „ü“ aus. Die Leute aus meiner Heimat müssen da immer ein wenig schmunzeln.

Sie kommen ja aus dem westfälischen Hamm, Herr Mecklenbrauck, und Sie aus Leverkusen, wie ist das denn da mit Karneval?

Mecklenbrauck: In Hamm war doch eher wenig. Als ich dann nach Düsseldorf kam, da bin ich schnell in den Karneval reingerutscht. Die Altstadt, Rot-Weiss, dann die Tonnengarde. Karneval macht einfach Freude.

Maisch: Das Karnevals-Gen wurde mir in die Wiege gelegt. Der Opa war Prinz in Opladen, mein Bruder Ulof in Leverkusen. Meine beiden Töchter sind in der Kindergarde der Tonnengarde.

Es macht total Spaß, erfüllt aber auch einen wichtigen menschlichen Zweck: Wir sind ja auch viel karitativ unterwegs – zum Beispiel in Altenheimen und Hospizen. Das wird sehr unterschätzt. Auch damit verbringst Du als Prinzenpaar viel Zeit.

Ist es von Vorteil – vielleicht auch gerade in dieser mitunter wirren Corona-Krise – Jurist zu sein?

Mecklenbrauck: Ich denke schon. Ich bewahre eigentlich immer die Ruhe. Ich habe jeden Tag im Beruf für die Mandanten Meinungsverschiedenheiten, manchmal auch Kämpfe, auszustehen. Da bleibe ich auch locker.

Maisch: Man hat schon eine gewisse Disziplin, das hilft auch bei vielen Auftritten, manchmal muss man auch einfach durchhalten.

Was raten Sie allen Karnevalisten und Nicht-Karnevalisten in der Corona-Krise?

Maisch: Ich wünsche allen da draußen Zuversicht und Gelassenheit.

Mecklenbrauck: Das wünsche ich auch, und wenn es mal nicht so gut läuft: Aufstehen, Krönchen richten, weiter geht’s !