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Düsseldorfs neues Literaturhaus

Düsseldorfs neues Literaturhaus

Politik beschloss finanziellen Zuschuss. Poesiefest beginnt am 29. September.

Als Selinde Böhm und Rudolf Müller vor zehn Jahren in das Heine-Haus an der Bolkerstraße 53 zogen, war nicht gewiss, wie es ihnen in Düsseldorfs Party-Epizentrum ergehen würde. 16 Jahre hatte die Buchhandlung in der vergleichsweise stillen Neustraße ihre Geschäftsräume und war dort zum Literaturzentrum herangewachsen. Jetzt ging es in Heines Geburtshaus, wo nicht nur Bücher verkauft werden, sondern Böhm und Müller auch ein herausragendes Programm mit den Superstars unter den Autoren auf die Beine stellen. Heute, zehn Jahre später, gibt es wieder einen Einschnitt: Zum 7. Poesiefest (29. September bis 1. Oktober) entschied der Kulturausschuss der Stadt einstimmig, das literarische Programm im Heine-Haus, das die Buchhändler bislang unentgeltlich auf die Beine stellen, künftig mit jährlich 60 000 Euro zu bezuschussen und auf diese Weise in Düsseldorf offiziell ein Literaturhaus zu etablieren. Manfred Neuenhaus, Geschäftsführer der FDP-Ratsfraktion, hat die Unterstützung initiiert. „Mir war wichtig, dass auch wir endlich Mitglied im Verbund der Literatur-Häuser werden. Das gehört sich so für die Stadt Heinrich Heines. Das Heine Haus ist — dank Selinde Böhm und Rudolf Müller — der Ort für Literatur in Düsseldorf und das soll dauerhaft so bleiben.“

Herta Müller, Alfred Brendel, Martin Walser, Bernhard Schlink, Margriet de Moor und Pierre Lemaitre waren etwa in der Bolker Straße zu Gast; Streetartkünstler Harald Naegeli stellte seine Tierzeichnungen aus. Zuletzt gelang es, Edouard Louis, den neuen Shootingstar aus Paris, für einen Termin zu gewinnen. Zum Poesiefest kommt Maren Kames (1.10., 12 Uhr), die wie berichtet, den mit 5000 Euro dotierten Debüt-Preis erhält. Über ihren Lyrikband „halb taube halb pfau“ urteilte die Jury, die Autorin entwerfe darin „ein faszinierendes Panorama einer Expedition durch Sprachlandschaften“. Außerdem lesen Nico Bleutge, Marion Poschmann und Raoul Schrott. Am 30. September gibt es ab 16 Uhr eine Lesung und einen Workshop mit Torben Kuhlmann für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren (Anmeldung unter Telefon 200 54 294). Der Eintritt zu allen Fest-Terminen ist frei.

heinehaus.de