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Düsseldorferin schmeißt Büro-Job hin und wird Ernährungsberaterin

Ernähung : Von der angestellten Kauffrau zur selbstständigen Ernährungsberaterin

Nach ein paar Jahren im Job schmiss Jennifer Fritz alles hin und begann noch mal ein Studium. Auch aus persönlichen Gründen wollte sie Ernährungsberaterin werden.

„Im Nachhinein betrachtet, war es die beste Entscheidung überhaupt“, sagt Jennifer Fritz. Doch als sie 2009 den sicheren Job als Kauffrau im Einkauf bei einem größeren Düsseldorfer Unternehmen hinschmiss, um ein Studium aufzunehmen, wusste sie natürlich noch nicht, wie es danach für sie weiter gehen würde. Selbstständig habe sie sich nie machen wollen. Und dann kam doch alles anders.

Es sei persönliches Interesse gewesen, das sie zu diesem Schritt bewogen habe. „Ich habe selbst Neurodermitis und Pollenallergien. Dadurch musste ich auf bestimmte Lebensmittel verzichten“, sagt Jennifer Fritz. Und auch in ihrem familiären Umfeld hatten manche immer wieder Verdauungsprobleme. „Ich hatte richtig Lust, mich da reinzufuchsen und besser zu verstehen, wie der Körper arbeitet“, sagt sie. Ein Praktikum habe sie dann in diesem Wunsch bestätigt.

Und das Praxissemester im Studium war es dann auch, das sie in die Selbstständigkeit geführt hat. In der Praxis „Iss gut“ in Düsseltal absolvierte sie das Semester und arbeitete auch später noch als Honorarkraft dort. Als die vorherige Inhaberin 2013 aufhören wollte, übergab sie die – bereits laufende – Praxis an Jennifer Fritz. „Ich konnte mich also ein bisschen ins gemachte Nest setzen“, sagt sie und lächelt dabei.

Nun berät sie Menschen, die etwa wegen einer Erkrankung oder Unverträglichkeit etwas an ihrer alltäglichen Ernährung verändern müssen – aber auch Betriebe, in denen die Mitarbeiter bei einem gesunden Lebenswandel unterstützt werden sollen.

Was für sie gesundes Essen bedeutet, sei nicht so einfach zu beantworten, sagt sie. Sie selbst orientiere sich gern an der Ernährungspyramide. Die beginnt damit, genügend zu trinken – Ungesüßtes versteht sich. Dann Obst und Gemüse, die bekannten fünf Portionen am Tag, wobei es eher drei Mal Gemüse und zwei Mal Obst sein sollte. Vollkornprodukte und komplexe Kohlenhydrate kombiniert sie dann noch mit guten Proteinen, wobei es nicht immer Fisch oder Fleisch sein muss. Stichwort Hülsenfrüchte, wie Kidneybohnen oder Linsen. Außerdem wichtig: wertvolle Fette, die ungesättigten, etwa aus Nüssen und Körnern. „Davon sollte man jeden Tag welche essen“, sagt sie. Und: „Sehen Sie, eine einfache Frage nach gesunder Ernährung und schon rede ich wieder zehn Minuten.“

Treffend fand sie da zum Beispiel eher die Aussage des Journalisten und Buchautors zu Ernährungsfragen Michael Pollan. Der habe mal gesagt, man solle vor allem die Dinge essen, die von vornherein weniger als fünf Zutaten haben – und die meiden, deren Inhaltsstoffe man nicht aussprechen kann. „Da fällt schon einiges weg“, sagt Jennifer Fritz.