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Düsseldorfer Wirte klagen trotz Lockerungen der Corona-Beschränkungen

Gastronomie in Düsseldorf : Trotz Lockerungen der Corona-Beschränkungen klagen die Wirte

Die Umsätze in der Gastronomie haben bei weitem noch nicht das Niveau von vor der Coronakrise erreicht.

„Die Lage der Gastronomie ist noch immer sehr ernst“, sagt Giuseppe Saitta. Er muss es wissen, weil er selbst Restaurants in Düsseldorf betreibt. Und weil er als Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Düsseldorf einen guten Branchenüberblick hat. Noch im April, während des Corona-Lockdowns, befürchtete der Verband, dass sogar bis zu 50 Prozent der Kneipen und Restaurants pleite gehen könnten; jetzt gehen die Befürchtungen „nur“ noch in Richtung eines Drittels der Betriebe, die vom Markt verschwinden könnten.

Dass es nicht mehr ganz so düster aussieht, liegt an den schrittweise erfolgten Lockerungen für die Gastronomie. In Düsseldorf helfe besonders, dass es im Freien nun mehr Plätze gebe und mehr Plätze besetzt werden könnten.

Auch der Start der Dartsaison wurde wieder verschoben

Auf Anregung der CDU im Stadtrat erlaubt die Stadt es Gastronomen seit einigen Wochen, während der Corona-Krise ihre Terrassen zu vergrößern. Eventuell können auch auf dem Bürgersteig, in Parkbuchten oder sogar auf der Fahrbahn Tische und Stühle platziert werden. Das funktioniere für einige gut, berichtet Saitta, viel hänge natürlich vom Wetter ab. Wenn es mitspiele, böten die Außenflächen auf jeden Fall „eine Chance zum Überleben“. Im Umkehrschluss heißt das: Wirte, die ihre Gäste nur drinnen unterbringen können, haben es noch schwerer. „Wenn man von 60 Plätzen nur 20 belegen kann, rechnet sich das meistens einfach nicht“, sagt Saitta und nennt als Beispiel seine eigene Osteria am Nussbaum in Niederkassel, die weiterhin geschlossen ist.

Aber nicht nur die reduzierte Platzzahl aufgrund des weiterhin geltenden Abstandsgebotes macht Restaurants das Leben schwer. Sondern auch eine weiter bestehende Zurückhaltung bei den Gästen. Manche fürchten tatsächlich, sich anzustecken, andere wollen nicht so gerne die Kontaktzettel ausfüllen, bei wieder anderen sitzt das Geld aktuell nicht mehr so locker wie vor Corona.

Ziemlich dramatisch ist auch die Situation in der Kneipe „Kupe“ auf dem Oberbilker Markt. „Wir haben uns noch lange nicht erholt, und ich rechne auch nicht vor dem Sommer 2021 damit, dass die Umsätze wieder so sind wie vor Corona. Ich habe aber noch nicht die Befürchtung, dass ich mein Geschäft aufgeben muss“, sagt der Wirt Kurt Barb.“ Auf 30 bis 40 Prozent beziffert er seinen Umsatzverlust. Ein großes Problem sei auch das nicht vorhandene Verständnis der Gäste für die Schutzmaßnahmen. „Ich habe öfter mal Ärger mit Gästen, die ihre Maske nicht aufsetzen oder sich nicht in die Listen eintragen wollen. Dann bekomme ich öfter zu hören, dass sie dann lieber woanders hingehen wollen. Offensichtlich gehen andere Kneipen sehr locker mit den Vorschriften um.“ Dazu kommt, dass das Kupe auch von den Dartspielern lebt und dort viele Mannschaften am Ligaspielbetrieb teilnehmen. Am Donnerstag wurde der Start der Liga jedoch wieder verschoben, weil die Fallzahlen in Düsseldorf kurzfristig leicht gestiegen sind, schrieb Organisator Horst Lichtenthäler.

Es gibt aber auch Lichtblicke. So wie bei Hoang Trung Chu, Inhaber des vietnamesischen Restaurants Suzie Q an der Flurstraße in Flingern: „Wir sind inzwischen aus dem Gröbsten raus und fast schon wieder auf dem Niveau von vor der Corona-Krise.“ In seinem Restaurant können die Gäste zwar nur an sechs Tischen sitzen, aber der Außerhausverkauf hat deutlich zugenommen. „Die Gäste haben sich umgestellt und essen lieber zu Hause. Allerdings kochen sie nicht selbst, sondern holen ihr Essen ab.“

Zwar hat die Stadt den Gastronomen ein paar Dinge erleichtert, zugleich schaut sie sehr genau hin, ob alles regelkonform läuft. Und zwar drinnen und draußen auf den Terrassen.

Auch am vergangenen Donnerstag kontrollierten die Einsatzkräfte des OSD wieder zahlreiche Restaurants, Imbisse, Kioske, Bäckereien und weitere Betriebe auf die Einhaltung der Coronaschutzverordnung. Insgesamt wurden 35 Betriebe im gesamten Stadtgebiet kontrolliert. 13 Kontrollen ergaben keine Beanstandungen. Bei 13 weiteren Betrieben wurden lediglich leichte Mängel festgestellt. Neun Betriebe fielen im Zuge der Kontrollen jedoch negativ aus dem Rahmen.