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Innovationspreis: Düsseldorfer will aus Klärschlamm Geld machen

Innovationspreis : Düsseldorfer will aus Klärschlamm Geld machen

Dipl.-Ing. Marc Buttmann hat ein Verfahren zur Gewinnung von Biokohle entwickelt.

Düsseldorf. Der Düsseldorfer Unternehmer Marc Buttmann hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich aus Klärschlamm Biokohle herstellen lässt. „Wir haben bereits in fünf verschiedenen Kläranlagen bewiesen, dass unser Verfahren funktioniert“, erklärt der Diplom-Ingenieur. Dafür hat Buttmann mit seiner Firma Terranova den Deutschen Innovationspreis gewonnen.

Innovationspreis: Düsseldorfer will aus Klärschlamm Geld machen
Foto: Terranova

Stark vereinfacht dargestellt, werde der Klärschlamm bei dem Verfahren „zwei bis drei Stunden gekocht“, erläutert der 47-jährige Firmengründer. Dabei würden Schadstoffe vernichtet, wertvolle Rohstoffe wie Phosphor aber wiedergewonnen. Die spätere Biokohle entstehe nach dem „Kochen“ durch einen Prozess wie bei einem Kaffeefilter.

Übrig blieben am Ende Kohleplatten, die je nach benötigter Weiterverarbeitung zu Staub, Pellets oder Briketts verarbeitet werden könnten. Buttmann: „Es handelt sich um einen Prozess, der dem der natürlichen Entstehung von Braunkohle ähnelt. Doch wofür die Natur Millionen von Jahren benötigt, genügen hier nur wenige Stunden.“

So könne CO2-neutrale Biokohle produziert werden. Weiterer Umweltvorteil laut Buttmann: Bislang werde der Klärschlamm zur Verbrennung durch die Gegend transportiert und sei insbesondere durch den 80-prozentigen Wasseranteil besonders schwer und ökologisch absurd.

Damit das Verfahren wirtschaftlich betrieben werden könne, sucht Buttmann nun nach einer Kommune mit mindestens 100 000 Einwohnern. Gespräche würden geführt, aber der Durchbruch sei noch nicht geschafft. Problem sei, dass die Kommunen über die Umlagefinanzierung ihrer Kläranlagen keine finanzielle Not hätten, ein neues Verfahren anzustreben, auch wenn damit Betriebskosten gesenkt würden. „Da wird nicht unbedingt unternehmerisch gearbeitet“, sagt der Diplom-Ingenieur, der allerdings Signale aus Asien bekomme. „Wir haben ein großes Interesse aus China.“