Düsseldorfer Universität: Mediziner und Juristen ausgezeichnet

Heinrich-Heine-Universität : Sie sorgen für den guten Ruf der Uni

Bei der Jahresveranstaltung der Gesellschaft von Freunden und Förderern der Heinrich-Heine-Universität sind vier Wissenschaftler geehrt worden. Sie widmen sich dem Kampf gegen Diabetes und Krebs sowie für Energiewende und Verfassungsrechte.

Die Gesellschaft von Freunden und Förderern der Heinrich-Heine-Universität (GFFU) verwaltet 25 Stiftungen und unterstützte durch diese im vergangenen Jahr Forschung und Wissenschaft mit rund 1,7 Millionen Euro. Bei diesem umfassenden Blick auf die hiesige Hochschule lohnt es zu schauen, wer bei der Jahresveranstaltung der Gesellschaft mit den drei Wissenschaftspreisen geehrt wird. Die Auszeichnungen geben einen guten Eindruck davon, in welchen Bereichen die Universität mindestens bundesweit Aufmerksamkeit und Anerkennung genießt. In diesem Jahr standen dabei Mediziner und Juristen im Mittelpunkt.

Diabetes-Forschung Julia Szendrödi hat den mit 10 000 Euro dotierten Preis der GFFU für ihre Habilitationsschrift erhalten. Wie gut und wichtig die Arbeit der Medizinerin ist, lässt sich an zwei Punkten veranschaulichen. Julia Szendrödi hat Wien hinter sich gelassen, weil die Möglichkeiten in Düsseldorf, mit Universität und dem Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ), besser sind als in der österreichischen Hauptstadt. Auf der Internetseite des DDZ läuft eine Uhr, die zeigt, wie hoch die Zahl der an Diabetes Erkrankten in Deutschland ist. Alle 135 Sekunden kommt statistisch gesehen einer hinzu. Aktuell liegt die Zahl bei rund 8,1 Millionen Menschen in Deutschland, die Mediziner gehen davon aus, dass es bis zum Jahr 2040 11 bis 12,3 Millionen sein werden. Julia Szendrödi widmet sich in ihrer Forschung der Frage, wie es den Betroffenen trotz der Krankheit gut gehen kann, wie also die Folgen gemildert werden können. Dabei hilft unter anderem die große Deutsche Diabetes-Studie, die seit 2009 läuft und zu der Düsseldorf einen ganz wesentlichen Beitrag leistet.

Energiewende Charlotte Kreuter-Kirchhof von der Juristischen Fakultät ist eine der beiden Wissenschaftler, die mit dem Reinhard-Heynen-und-Emmi-Heynen-Preis ausgezeichnet wurde, der mit 12 500 Euro dotiert ist. In ihrer akademischen Laufbahn gab es zwei Schwerpunkte, die beide sehr gut zu ihren heutigen Aufgaben passen. Sie hat sich mit Umweltvölkerrecht und mit Eigentumsfragen beschäftigt. Als Direktorin des Düsseldorfer Instituts für Energierecht arbeitet sie daran, Ökonomie und Ökologie in Gleichklang zu bringen.

Die Juristin will den rechtlichen Rahmen schaffen, damit die Energiewende gelingt. Das setzt voraus, dass drei Punkte berücksichtigt werden: Wirtschaftlichkeit, Klimafreundlichkeit und Versorgungssicherheit. Das ist abstrakt betrachtet schon eine Herausforderung, dabei muss man allerdings noch berücksichtigen, dass jede Frage auf einer anderen Ebene spielt. Völkerrecht, Europarecht, Verfassungsrecht. In diesem Zusammenhang hilft es sicher, dass Düsseldorf laut Charlotte Kreuter-Kirchhof die „Energierecht-Hauptstadt“ in Deutschland ist.

Landesverfassungsbeschwerde Johannes Dietlein hat ebenfalls den Reinhard-Heynen-und-Emmi-Heynen-Preis erhalten. Als er vor 21 Jahren in Düsseldorf seine Antrittsvorlesung hielt, war die Möglichkeit einer Landesverfassungsbeschwerde schon sein Thema. NRW hatte in dieser Hinsicht einen schwierigen Start, weil die Landesverfassung erst 1950 in Kraft trat und sich mit Verweisen auf das Grundgesetz ziemlich klein machte. Und so scheiterte, trotz aller Argumente Dietleins selbst 2016 noch der Versuch einer Verfassungsreform, einschließlich der Verfassungsbeschwerde auf Landesebene. 2018/2019 kam sie dann auf einmal doch und ist nun eine eigenständige Möglichkeit für die Bürger, solange dadurch nicht Bundesrecht gebrochen wird. Dieses Thema ist ein Beispiel für das Wirken Dietleins beim Auf- und Ausbau der Juristischen Fakultät in Düsseldorf, die nun 25 Jahre alt wird.

Blutstammzellen-Erkrankungen Thomas Schroeder bekam den Forschungspreis der Dr.-Günther- und Imme-Wille-Stiftung, dotiert mit 10 000 Euro. Schon der Titel seiner Arbeit zeigte, dass er in seiner Dankesrede die größte Übersetzungsleistung für Nicht-Fachleute zu erbringen hatte. Der Titel lautet: „TGFß1-mediated functional inhibition of mesen-chymal stromal cells in MDS and AML“. Schroeder, der seit 2006 in Düsseldorf ist und seit 2018 Geschäftsführender Oberarzt, fand ein schönes Bild. Es geht in seiner Forschung um Blutstammzell-Erkrankungen und um Mikromilieus im Knochenmark. Wie Mikromilieus wirken, versinnbildlichte er mit Kommissar Schimanski und dem rauen Klima in Duisburg sowie dem Kunstberater Helge Achenbach und den Auswirkungen des Geldes in feineren Gegenden von Düsseldorf. Das gab zumindest eine Ahnung, was Schroeder auch mit Kollegen in Heidelberg für die Patienten herausgefunden hat.