Düsseldorfer Tanzlehrer spricht bei Intako über Let's Dance und Tanzszene

Tanzen : Düsseldorfer Tanzlehrer: „Let‘s Dance bringt Schwung in Tanzszene“

Düsseldorf gilt als Zentrum für die, die sich aufs Parkett wagen. Marc Heldt, Leiter der Tanzschule Dresen, erzählt, was sich verändert hat.

Stars aus der Fernsehshow „Let’s Dance“ und Hunderte Tanzlehrer aus ganz Deutschland bevölkern derzeit das Maritim Hotel. Düsseldorf hat sich seit Jahren als ideale Stadt für das „Intako“ bewährt, das Festival des Tanzlehrerverbandes ADTV, bei dem Tanzbegeisterte vom Laien bis zum Promi zusammentreffen. Und das werden Jahr für Jahr mehr, diesmal sind insgesamt mehr als 1000 Teilnehmer für das Festival und den Fachkongress angemeldet. Marc Heldt von der Düsseldorfer Tanzschule Dresen ist auch dabei. Er freut sich über das Heimspiel – und die Richtung, die der Tanz auch in seiner Stadt einschlägt.

Düsseldorf bezeichnet er durchaus als Tanzstadt, mit optimaler Lage in einem Ballungsgebiet des Tanzes: In der Mitte von Ruhrgebiet und Rheinland mit Städten, die mit vielen Schulen punkten. Und die stehen heute ganz anders da, das zeigt der Kongress, und das weiß natürlich auch Heldt aus eigener Erfahrung. Das Angebot der Schulen ist vielfältiger geworden, beispielsweise mit Kursen fürs Tanzen ohne Partner – das geht sogar beim Walzer. Ohne professionellen Gastronomen an der Seite ginge es nicht mehr. Veranstaltungen, die immer wieder unter einem neuen Motto stehen, Open Airs, Festivals aller Art verteilen sich über das ganze Jahr. Etwas andere Angebote, zum Beispiel ein Flashmob-Kurs, haben an Bedeutung gewonnen, ebenso wie neue Stile.

In Sendungen wie „Let‘s Dance“ (bei der Prominente mit unterdessen nicht weniger prominenten Profitänzern Woche für Woche gegeneinander antreten und sich vor einer Jury behaupten müssen) spiegelt sich das ziemlich gut wider, findet Heldt. Neben klassischen Paartänzen wie Walzer wird das Programm bunter, mit Stilen wie Contemporary oder Hip-Hop. „Der Facettenreichtum spricht mehr Leute an, sie reden darüber, besser geht es gar nicht für uns.“ Und einige bekommen dadurch Lust, verlassen das Sofa und schauen mal wieder in einer Schule vorbei, um einen der Promis hautnah in einem Workshop zu erleben. Denn die bekannten Gesichter sind in Düsseldorf nicht nur bei großen Veranstaltungen zu Gast, sondern sie geben ihr Wissen auch regelmäßig in Workshops weiter.

„Das hat die Tanzszene ungemein beeinflusst“, meint Heldt. Vor allem Düsseldorfer ab Mitte 30 fühlen sich von der Fernsehshow „Let‘s Dance“ angesprochen, bis ins hohe Alter hinein. In eine Schule zu gehen, gemeinsam oder bei einem speziellen Kurs auch nur für sich alleine Schritte zu lernen oder bei einem Open Air zu tanzen, ist in den letzten Jahren wieder in Mode gekommen. Und wer einmal im Kursprogramm einer Schule landet, entdeckt zum Teil auch Trends. Heldt ist vor etwa zehn Jahren zum Beispiel Experte für den sogenannten West Coast Swing geworden, dem Tanz schlechthin, wie er sagt.

Dabei gibt es keine festen Schrittfolgen, Improvisation nach bestimmten Regeln und je nach anatomischen Möglichkeiten ist das Stichwort. Von der Musik geht laut Heldt so gut wie alles außer Drei-Viertel-Takt, also die Lieblingslieder und die Charts passen. Die Partner wechseln innerhalb eines Liedes ständig. „Dadurch wird es schnell lustig, und ein Streit ist von vornherein ausgeschlossen“, sagt der Tanzlehrer. Mittlerweile sitzt er jedes Wochenende im Flugzeug oder in der Bahn, um diese neue Art des Paartanzes zu verbreiten. Aber auch in Düsseldorf ist er aktiv, der nächste Flashmob im September, das nächste Open Air im Mai sind schon in Planung.

marcheldt.com

intako.de

Mehr von Westdeutsche Zeitung